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Mitgliederversammlung

ISN: Radikaler Strukturbruch in der Ferkelerzeugung droht

ISN-Mitgliederversammlung in Osnabrück 2018
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
20.02.2018

Auf der ISN-Mitgliederversammlung wurde über verloren gegangenes Vertrauen diskutiert und wie man dies zurückgewinnen könnte. Zum Beispiel auch zwischen den Schweinehaltern und der Schlachtbranche.

Die ISN wird 30 Jahre alt. „Und noch nie hatten wir so viel um die Ohren.“ Mit diesen Worten begrüßte ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes die Mitglieder. Was nütze eine gute Marktlage bei dem Berg von Themen, angefangen bei der Afrikanischen Schweinepest über diverse Marktthemen, Fragen aus dem Umweltbereich bis hin zum politisch und gesellschaftlichen diskutierten Umbau der Tierhaltung.

So hätte es schon immer Probleme gegeben, aber mit Sachverstand, Perspektive, Planungssicherheit und Vertrauen habe man gemeinsame Lösungen gefunden. „All dies fehlt im Moment und sorgt für Stillstand“, sagte Heinrich Dierkes.

Das, was jetzt zum Erliegen kommt, ist die Weiterentwicklung der Betriebe in Richtung Tierwohl. So habe die Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland längst begonnen, nicht nur innerhalb Europas, sondern in die ganze Welt.

Paradebeispiel: Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration

Ein Paradebeispiel für diese Entwicklungen sei das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration in Deutschland. So gäbe es laut Heinrich Dierkes kurz vor Toresschluss – trotz intensiver Anstrengung – keinen Königsweg.

Alle bekannten Alternativen seien mit teilweise erheblichen Nachteilen behaftet. Es drohe der radikale Strukturbruch in der Ferkelerzeugung. Die deutschen Sauenhalter seien mit massiven Wettbewerbsnachteilen konfrontiert.

„Man sollte meinen, dass nun alle an einem Strang ziehen.“ Dass Politik, Tierschützer und die Wirtschaft einen Weg finden, so wie in Dänemark. Dort habe man mal eben, mit Unterstützung der Regierung, ein Konzept für die Lokalanästhesie aus dem Boden gestampft.

Für Heinrich Dierkes ist es unbegreiflich, dass in Deutschland dieser Weg zerredet wird. Das Beispiel Dänemark zeige, dass man einen Weg finden kann, wenn der ein politischer Wille – und einer der Tierärzteschaft – vorhanden ist.

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