Nachdem der Schlachtschweinemarkt sich in den vergangenen Wochen und Monaten endlich einmal von seiner Schokoladenseite zeigte und die Preise auf ein auskömmliches Niveau anzogen, kommt es aktuell zum Rückschlag. Der VEZG-Preis rutschte innerhalb von zwei Wochen auf 1,60 Euro/kg.
„Doch trotz des akuten Drucks sollten die Erzeuger die Flinte nicht frühzeitig ins Korn werfen. Die grundsätzlichen Aussichten sind gar nicht so schlecht“, behauptet der Interessensverband Deutscher Schweinehalter (ISN).
Schlachter üben Druck aus
Am Anfang vergangener Woche begannen einige Schlachtunternehmen, allen voran Danish Crown, mit einer Kampagne, die Erzeuger gezielt zu verunsichern, berichtet der ISN. Die angekündigte Androhung eines Hauspreises hatte Erfolg.
Aktuell belasten der Feiertag und der damit fehlende Schlachttag am 3. Oktober sowie auch die inländische Schwäche am Fleischmarkt die Gemüter. Dass der Markt sich relativ kurzfristig freilaufen wird, dafür sprechen laut ISN diverse Hinweise.
Schweinemarkt: Zeichen stehen positiv
Es sei zu erwarten, dass der jahreszeitlich bedingte Anstieg der Schlachtzahlen im Herbst nicht so stark ausfallen wird wie in anderen Jahren. Darauf deute die Entwicklung am Ferkelmarkt hin. Dort stieg die Notierung seit Jahresbeginn im Grunde kontinuierlich an und hält sich seit KW 29 auf dem erreichten Niveau.
Die Vermarkter berichten nach Angaben der ISN aktuell von einer im Wesentlichen ausgeglichenen Marktlage und der saisontypische Preisrückgang blieb in diesem Jahr bis dato aus. Ferkel seien gefragt, insbesondere deutsche Herkünfte, und nur vereinzelt standen Partien unter Druck.
Export ist wichtiges Zugpferd
Auch von der abnehmenden Seite sei generell eine weiter gute Nachfrage zu erwarten. Wichtigstes Zugpferd bleibe der Export. Insbesondere in China ist europäisches Schweinefleisch gefragt. Denn die chinesische Schweinefleischproduktion verringerte sich in 2015 um etwa 6 % und auch im laufenden Jahr soll der Bestand in dieser Größenordnung weiter sinken. Die Rabobank erwartet einen hohen Einfuhrbedarf bis ins nächste Jahr hinein.
Weitere Schlachtbetriebe in Deutschland warten derzeit auf ihre Zulassung für den Export nach China, was für den Herbst angekündigt war. Die bereits zugelassenen Unternehmen wollen teilweise diesen Absatzkanal weiter ausbauen. So ist die Vion beispielsweise aktuell auf der Suche nach Investoren, um u.a. die Standorte in Deutschland und den Niederlanden für die Exportmärkte zu intensivieren. Und Tönnies investiert ständig in Kapazitäten und Effizienz, um die Voraussetzungen für eine gesteigerte Nachfrage auch in anderen asiatischen Ländern zu erfüllen.
Mit Material von ISN
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