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ISN-Umfrage: Schweinehalter wollen weiter investieren

© Abriel/Lfl
von , am
19.03.2012

Auf ihrer Mitgliederversammlung und unter www.schweine.net hat die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands die aktuelle Stimmungslage bei ihren Mitgliedern abgefragt.

© Mühlhausen/landpixel
Wo kommen die befragten Schweinehalter her? Wo sehen Sie Ihren Betrieb in fünf Jahren? Wie wollen Sie sich für die Zukunft ausrichten?  218 Schweinehalter aus acht Bundesländern haben diese Fragen beantwortet. Die Betriebe der Befragten waren mit 435 Sauenplätzen und 2.689 Schweinemastplätzen überdurchschnittlich groß verglichen mit den Bestandsgrößen im Land. Der größte Teil der teilnehmenden Landwirte stammt aus den Bundesländern Niedersachsen (85) und Nordrhein-Westfalen (86). Auch wenn es sich um keine repräsentative Umfrage handelt, so traten einige interessante Ergebnisse zutage.

40 Prozent planen Erweiterung

Der größte Teil der teilnehmenden Landwirte stammt aus den Bundesländern Niedersachsen (85) und Nordrhein-Westfalen (86). © isn
Über die Hälfte der Betriebe hat in den vergangenen fünf Jahren in die Schweinehaltung investiert. Dabei wurden im Mittel 232 Sauenplätze bzw. 1.218 Mastplätze hinzugebaut. Und in ähnlicher Größenordnung soll das Wachstum weitergehen. Etwa 40 Prozent der Betriebe planen in den kommenden fünf Jahren eine Erweiterung. Das Wachstum der Betriebe zeigt eindeutig die engen Margen in der Landwirtschaft: Um ein ausreichendes Familieneinkommen zu erwirtschaften, mussten die Betriebe die Produktion ausweiten. Sauenhalter bereiten sich auf Gruppenhaltung vor: In 72 der 218 befragten Betriebe werden Sauen gehalten. Viele Sauenhalter werden 2012 noch in die Umsetzung der Tierhaltungsvorgaben ab 2013 investieren. So hat etwa die Hälfte der befragten Sauenhalter bereits die Gruppenhaltung in ihrem Betrieb vollständig umgesetzt, 42 Prozent wollen im Laufe des Jahres noch umbauen. Nur in acht Prozent der Betriebe soll die Sauenhaltung auslaufen.

Sauenhalter wollen mästen

Die Vollkosten in der Ferkelerzeugung sind nur in einem von fünf Jahren gedeckt. © isn
Von den 72 Betrieben mit Sauenhaltung wollen in den kommenden fünf Jahren über 50 Prozent in ein weiteres Wachstum in der Schweinehaltung investieren. Diese Absichten zeigen bereits, dass trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation die ISN-Mitglieder mit Zuversicht nach vorne schauen. Ein spezialisiertes Wachstum in der Ferkelerzeugung ist dabei nicht das Ziel. Der überwiegende Teil der wachstumswilligen Ferkelerzeuger plant den nächsten Investitionsschritt in Richtung Mastschweinehaltung. Dieses Investitionsverhalten entspricht in etwa dem Trend der vergangenen Jahre. Die starken Schwankungen der Ferkelpreise verbunden mit den gestiegenen Kosten hatten in den vergangenen Jahren deutlich negative Folgen für die Liquidität auf vielen Betrieben. Um die starken Liquiditätsschwankungen in der Ferkelerzeugung abzumildern und gleichzeitig nicht mehr vom Ferkelverkauf abhängig zu sein, ist vermehrt in die Schweinemast investiert worden.

Feste Bindung mit klaren Vorteilen

Aber nicht alle Betriebe können oder wollen in das geschlossene System wachsen. Um den Ferkelabsatz für diese Betriebe auch in schwierigen Zeiten zu sichern, kann auch die feste Bindung an einen Mastbetrieb eine Strategie sein. Direktbeziehungen haben weitere Vorteile: Neben dem Gesundheitsstatus können Informationen über die Fütterung, die Genetik usw. zwischen den Betriebsleitern abgestimmt werden. Um langfristige Direktbeziehungen zu fördern, hat die ISN eine neue Ferkelkontaktbörse ins Leben gerufen. Ein Blick ins Internet unter www.isn-schweineboerse.de lohnt sich, da hier bereits nach wenigen Wochen interessante Angebote und Gesuche eingestellt wurden. Auf der Startseite im www.schweine.net finden Sie in der rechten Spalte immer das dazugehörige Ferkelangebot der Woche.

Weiter Richtung Weltmarkt

Die zukünftige Ausrichtung geht nach Ansicht der Befragten ganz klar in Richtung Weltmarkt. Das zumindest hat über die Hälfte der Teilnehmer angegeben. Die Weltmarkt- und Exportorientierung wurde auch an der Einschätzung des Selbstversorgungsgrades für Schweinefleisch in fünf Jahren deutlich. Der mittlere erwartete Selbstversorgungsgrad lag bei 126 Prozent. Auch wenn die Anforderungen an die Schweinehaltung weiter steigen werden, blicken die befragten Betriebe optimistisch in die Zukunft und wollen weiter wachsen.
 

Video "ISN: Mitglieder setzen auf Export

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