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ISN: Zeichen stehen auf Markt und Dialog

von , am
05.03.2013

Münster - Noch vor zwei Jahren kämpfte man mit Querelen über die Ausrichtigung der ISN, dieses Jahr lief die Mitgliederversammlung harmonisch ab. Die Vorstandschaft erhielt überwältigende Zustimmung.

Der alte und neue ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes. © isn
Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) setzt auf eine marktorientierte Schweineproduktion. Der frisch wiedergewählte ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes erklärte bei der Mitgliederversammlung vor mehreren hundert Teilnehmern, dass freies Unternehmertum und die konsequente Ausrichtung auf den Markt die deutsche Schweinehaltung zu einer der wettbewerbsfähigsten und erfolgreichsten Branchen innerhalb der Landwirtschaft gemacht hätten.

Tierwohl - ein knallhartes Marktthema

Doch sei der Markt in einem stetigen Wandel, und "wir müssen feststellen, dass Tierwohl, Tierschutz und Nachhaltigkeit mehr und mehr zu knallharten Marktthemen werden", erläuterte Dierkes. Er rief die Schweineproduzenten dazu auf, sich der gesellschaftlichen Diskussion zu stellen und die Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten.
 
Grundsätzlich hätten die Erzeuger nichts dagegen, die Schweinehaltung zum Wohle der Tiere und Bauern weiterzuentwickeln. Dierkes warnte davor, dass ein Übermaß an kostspieligen Regelungen die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland beeinträchtigen und vor allem diejenigen Betriebe "platt gemacht" würden, die Umweltschützer und Politik eigentlich erhalten wollten.

Hoffnung auf 'ideologiefreie Diskussion' nach Regierungswechsel

Der ISN-Vorsitzende ging auch auf die neue rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen und die geplante Agrarwende ein. Mit Interesse habe er jüngste Äußerungen des neuen Landwirtschaftsministers Christian Meyer in der Presse zur Kenntnis genommen, dass ein Großteil der 40.000 Familienbetriebe in Niedersachsen mit Massentierhaltung und mangelndem Tierschutz gar nichts am Hut habe und 90 Prozent der Landwirte nachhaltig und gesetzeskonform produzierten. Auch solle die angestrebte Agrarwende sanft ablaufen und Niedersachsen Agrarland Nummer eins bleiben.
 
Anscheinend sei das Wahlkampfgetöse nun etwas abgeklungen und weiche einer realistischeren Sicht der Dinge, so Dierkes. Der ISN-Vorsitzende kündigte seine Dialogbereitschaft mit der neuen Regierung in Hannover an und äußerte die Hoffnung auf eine ideologiefreie Diskussion zum Wohle der Verbraucher, Bauern, Tiere und der Umwelt. 

Offensive Kommunikationsstrategie

Eine offensive Kommunikationsstrategie der organisierten Schweinehalter kündigte auch ISN-Geschäftsführer Torsten Staack an. "Wir müssen raus aus der Deckung und unsere Standpunkte vertreten", machte er klar. Um die Mitglieder in punkto Öffentlichkeitsarbeit zu schulen, werde die ISN in diesem Jahr Kurzseminare mit dem Titel "Medienarbeit pur" anbieten, die an das erfolgreiche Konzept der Reihe "Markt pur" anknüpften. Ziel bei den Veranstaltungen vor Ort sei es auch, Lokalredakteure einzubinden und eine fachlich ausgewogene Berichterstattung zu fördern.

Schwerpunkte Markt und Politik

Neben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird sich die ISN laut Staack weiter auf die beiden anderen Arbeitsschwerpunkte Marktgeschehen und politische Rahmenbedingungen konzentrieren. So sei vor kurzem die ISN-Projekt GmbH mit Karl-Heinz Tölle als Geschäftsführer gegründet worden. Ziel dieser Einrichtung sei es, den Transfer von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen in die Ställe zu fördern und den Überblick über die Vielzahl von politischen Vorhaben zu behalten. Beispiele seien die Ebermast oder das Verbot zum Kürzen der Schwänze.
 
Den Fragen der Schweinevermarktung werde man sich ebenfalls intensiv widmen, kündigte Staack an. So habe die ISN kürzlich ihre Berichterstattung über den Sauenmarkt ausgeweitet und werde ab März für Mitglieder einen aktuellen Marktticker mit relevanten Preisen und Kurzkommentaren auf ihrer Homepage freischalten.

Weniger Mitglieder

Die ISN-Mitglieder waren mit der Arbeit ihrer Führungscrew offensichtlich sehr zufrieden: Bei den Wahlen zum Vorstand und Beirat erfreuten sich alle vorgeschlagenen Kandidaten einer überwältigenden Zustimmung. Dierkes wurde im Amt des 1. Vorsitzenden bestätigt: sein Stellvertreter wird weiter Philipp Schulze Esking sein. Dem Vorstand außerdem angehören wird erneut Christian Schulze Bremer sowie der neu gewählte Thomas Gardewin.
 
Die Zahl der ISN-Mitglieder hat sich nach Angaben der Vereinigung im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent auf 11.372 Personen beziehungsweise Organisationen verringert; sie ist damit aber weniger stark gesunken als die Zahl der Schweinehalter, die um 3,5 Prozent abnahm.  

ISN: Mitglieder setzen auf Export

Auch bei der letztjährigen Mitgliederversammlung ging es um die Zukunft der Schweinehaltung in Deutschland. Eine Befragung der Teilnehmer zeigte, dass viele unter Ihnen auf den Exportmarkt setzen.
 
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