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Großbrand

Ein Jahr nach dem Großbrand Alt Tellin - was wird sich ändern?

Alt Tellin Brand
am Freitag, 25.03.2022 - 23:00 (Jetzt kommentieren)

Beim verheerenden Großbrand in Alt Tellin verendeten 50.000 Schweine in den Flammen. Was wird sich in der Tierhaltung ändern?

Das Feuer brach am 30. März 2021 aus, die Bilder der Katastrophe sind vielen noch immer präsent. Ein Jahr später zieht Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus eine Bilanz. Was soll in Bezug auf den Brandschutz in Tierhaltungsanlagen geschehen?

Mehr Brandschutz, mehr Tierwohl

Die Pressemitteilung des Ministeriums beginnt mit emotionalen Worten von Minister Backhaus: „Kurz nach der Brandkatastrophe konnte ich mir vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen. Die Bilder werden mich ein Leben lang begleiten. Die Vorstellung von dem tausendfachen Tierleid in der brennenden Anlage lässt sich nicht einfach so abschütteln.“

Der Brand habe auf dramatische Weise vor Augen geführt, dass „industrielle Tierhaltungsanlagen wie in Alt Tellin nicht in unser Land und nicht in diese Zeit passen.“ Man sei daher auf mehreren Ebenen aktiv geworden. Eine interministerielle Arbeitsgruppe befasst sich mit dem Thema Brandschutz in Tierhaltungsanlagen, eine Bundesratsinitiative zur Einführung von Tierobergrenzen in Ställen wurde gestartet. Man wolle nun Brandvorbeugung, Brandbekämpfung und Tierrettung zusammenzudenken. Der Stall der Zukunft werde „ganz sicher“ anders aussehen, dem Tierwohl soll eine größere Bedeutung zugemessen werden.

Was soll sich beim Brandschutz und Stallbau konkret ändern?

Backhaus nennt unter anderem folgende Punkte, mit denen künftig solch verheerende Brandkatastrophen wie in Alt Tellin verhindert werden sollen:

  • Die Baugesetzgebung muss so verändert werden, dass sich eine Katastrophe wie in Alt Tellin nicht wiederholen kann.
  • Die Bundesregierung muss sich konsequent mit dem Thema Bestandsobergrenzen auseinandersetzen und bundesweit einheitliche Regelungen herbeiführen.
  • Ebenso sollte die Bundesregierung die regionale Begrenzung des Viehbesatzes auf einen ökologisch vertretbaren Wert von zwei Großvieheinheiten pro Hektar prüfen, um künftig eine nachhaltige umweltverträgliche Wertschöpfung in vielen Regionen zu ermöglichen und überregionale Transporte von organischen Düngern aber auch übermäßig lange Tiertransporte zu verhindern.
  • Der Bund muss ein staatliches Investitionsprogramm zur artgerechten Tierhaltung auf den Weg bringen.
  • Der Bund muss sowohl ein staatlich verbindliches Tierwohllabel, als auch eine staatlich verbindliche Herkunftsbezeichnung (Aktion „5D“) etablieren.
  • Der Bund muss ein Beschleunigungsgesetz zum Umbau der Tierhaltung auf den Weg bringen.

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