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Aus der Wirtschaft

Jahreshöchstpreise am EU-Schweinemarkt

© Barbara Schneider/aboutpixel
von , am
22.08.2012

Es herrscht Sommerhoch-Stimmung am EU-Schweinemarkt, denn die Preise sind nicht nur in Deutschland gestiegen. Das Angebot an Schlachtschweinen ist EU-weit knapp.

An drei Straathof-Standorten, die QS momentan prüft, müssen Haltungsmängel beseitigt werden, um wieder eine Zulassung für das QU-System zu erhalten. © Mühlhausen/landpixel
Das unterdurchschnittliche Schweineangebot einerseits sowie das europaweit stabile Hochsommerwetter führen derzeit EU-weit zu Jahreshöchstpreisen. Die Notierungen legen diese Woche in fast allen Mitgliedsländern deutlich zu. In Deutschland (+5 Cent) zeigt die jüngste Statistik, dass im ersten Halbjahr um 0,8 Prozent weniger Schweineschlachtungen getätigt wurden als im selben Vorjahreszeitraum. Ein derartiges Minus gab es seit 2005 nicht mehr.
 
In den meisten anderen Ländern bewegt sich das Notierungsplus ebenfalls bei etwa 5 Cent, lediglich in Dänemark und Schweden bleiben die Preise unverändert und nur in Großbritannien wird entgegen dem allgemeinen Trend ein Minus verzeichnet. Am Fleischmarkt werde von flotten Verkaufsgeschäften berichtet, auch beim Fleischexport nach Russland seien positive Signale zu erkennen.
 
"In fast allen Ländern bleiben die Angebotsmengen gering. Zusätzlich sorgen die heißen Temperaturen in weiten Teilen Europas für geringere Tageszunahmen bei den Mastschweinen und damit für eine weitere Angebotsverknappung", erklärt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN).

Deutschland: Schweinepreis erreicht Rekordmarke

Mit der jüngsten Preisanhebung um 5 Cent auf EUR 1,83 je kg Schlachtgewicht (für Handelsklasse E) wurde in Deutschland die Höchstmarke vom September 2008 übertroffen. Seit der Einführung des Euros gab es keinen vergleichbar deutlichen Anstieg der Notierung (23 Cent innerhalb von vier Wochen), berichtet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn. Auch sie führt diese Preissteigerungen auf die geringeren Schlachtzahlen in der Bundesrepublik zurück. Im ersten Halbjahr 2012 wurden laut vorläufigen Zahlen 28,9 Mio. Schweine geschlachtet, das ist ein Minus von 253.000 Tieren.

Auch Futtermittelkosten auf Rekordhoch

Allerdings liegt nicht nur der Schweinepreis auf Rekordkurs. Aufgrund weltweit schlechter Ernten stiegen auch die Kosten für Futtermittel bis August fast wöchentlich an. Allein der Preis für Sojaschrot legte dabei seit Jahresbeginn um etwa 50 Prozent zu. Ein Ende dieser Entwicklung sei aktuell noch nicht ganz abzusehen. In Folge dessen dürften 2012, trotz des momentan hohen Preises für Schlachtschweine, mit Sicherheit keine Rekordgewinne für Schweinemäster zu erzielen sein, betont die AMI. Vielmehr wäre, auch im Hinblick auf die neuen Auflagen im Tier- und Umweltschutz zum Jahreswechsel, mit erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen zu rechnen.
 

Aus der Praxis: Sauenhaltung auf dem Betrieb Hahn

 
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