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Afrikanische Schweinepest

Kabinett ermöglicht Ernteverbot bei ASP-Ausbruch

Wildschweine
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
07.06.2018

Das Kabinett hat Änderungen des Tiergesundheits- und des Bundesjagdgesetzes beschlossen – mit gravierenden Folgen im Fall eines Ausbruchs der ASP.

Die Bundesregierung hat in ihrer gestrigen Sitzung (06.06.2018) eine Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und des Bundesjagdgesetzes beschlossen. „Ziel ist es, im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest, schnell Maßnahmen ergreifen zu können, um eine Verbreitung zu verhindern“, erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Noch ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland nicht ausgebrochen, allerdings breitet sie sich im Nachbarland Polen immer weiter aus. Wenn es zu einem Ausbruch der Seuche in Deutschland kommt, sollen Gesetzesänderungen eine schnelle Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen sicherstellen.

Absperrungen und Ernteverbote im Falle eines ASP-Ausbruchs

Im Wesentlichen beinhalten die Maßnahmen Absperrungen und Umzäunungen eines betroffenen Gebiets. Zudem kann der Personen- und Fahrzeugverkehr eingeschränkt werden sowie die Fallwildsuche und Bejagung verstärkt werden. Darüber hinaus kann mit dem Tiergesundheitsgesetz auch die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen eingeschränkt werden. Dies kann unter anderem ein Ernteverbot beinhalten, um die Auswanderung von Wildschweinen zu verhindern.

An erster Stelle steht für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner jedoch die Prävention: „Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminiertem Schweinefleisch unachtsam entsorgen.“ Dies sei eine Infektionsquelle für Wildschweine. Daher sei eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet worden, die auf Tankstellen- und Rastplätzen über das Risiko informiert.

Mit Material von BMEL
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