Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

Kastenstandhaltung: Bund signalisiert Ländern Kompromissbereitschaft

Sau mit Ferkeln in Bewegungsbucht
am Freitag, 07.02.2020 - 10:26 (Jetzt kommentieren)

Vor der entscheidenden Bundesratssitzung zur Neuregelung der Kastenstandhaltung von Sauen am 14. Februar will der Bund den Ländern unter bestimmten Bedingungen entgegenkommen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium kämpft im Vorfeld der entscheidenden Bundesratssitzung in der kommenden Woche um seinen Vorschlag für eine Neuregelung der Kastenstandhaltung von Sauen im Deckzentrum und im Abferkelbereich. Laut Agrar Europa signalisiert Staatssekretärin Beate Kasch in einem Schreiben an ihre Amtskolleginnen und -kollegen den Ländern Entgegenkommen, sollten sie bei der Abstimmung über die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung auf Maßgaben verzichten, die für den Bund nicht akzeptabel sind und ihn veranlassen würden, die Verordnung nicht in Kraft zu setzen.

Bund will Änderungsanträge zu anderen Tierarten später behandeln

Hintergrund sind die zum Teil mit knapper Mehrheit angenommenen Empfehlungen des Agrarausschusses der Länderkammer wie zum Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern, für eine verpflichtenden Haltung von Kälbern auf Gummimatten, eine Regelung zur Haltung von Junghennen, Elterntieren von Legehennen und Masthühnern sowie einer Streichung der bislang vorgesehenen Ausnahme für Kleinbetriebe bei der Neuregelung der Kastenstandhaltung.

In einer Protokollerklärung zur anstehenden Bundesratsentscheidung über Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung will sich die Bundesregierung verpflichten, einen Teil der Länderforderungen nach verbindlichen Regelungen in anderen Bereichen als der Sauenhaltung zeitnah aufzugreifen. Dies gilt für die Anbindehaltung von Rindern, die genannten Bereiche der Geflügelhaltung sowie die Haltung von Mastputen. Junghennen, Elterntieren von Legehennen sowie Masthühnern.

Übergangsfristen stehen auf der Kippe

Darüber hinaus zeigt sich der Bund dem Schreiben der Staatssekretärin zufolge kompromissbereit bei den vorgesehenen Übergangsfristen für die Kastenstandhaltung. Der Agrarausschuss kritisiert eine Übergangsfrist von 17 Jahren für die Umsetzung der Regelung zur Kastenstandhaltung im Deckzentrum als zu lang und fordert eine Verkürzung auf zehn Jahre.

Ein Streitpunkt dürfte aber weiterhin die im Agrarausschuss mehrheitlich angenommene Forderung Sachsen-Anhalts bleiben, den Sauen bereits in der vorgesehenen Übergangszeit in Kastenständen ein Ruhen in ausgestreckter Seitenlage zu ermöglichen. Das käme der ISN zufolge nahezu einer Streichung der Übergangszeit gleich und würde für die Sauenhalter gravierende Folgen haben.

BFL bietet in Stellungnahme Lösungsansätze zur Haltungsverordnung an

Unterdessen bietet die Bauförderung Landwirtschaft (BFL), unterstützt von Schweinehaltern und Schweinefachtierärzten, in einer heute (7. Februar) veröffentlichten Stellungnahme Lösungsansätze zu den künftigen Haltungsvorgaben an. Unter anderen wird vorgeschlagen, die Fläche für die gesamte Abferkelbucht auf 6,0 m2 festzulegen, da größere Buchten zu nachweislich höheren Ferkelverlusten führten. Auch Torf sollte weiterhin als Beschäftigungsmöglichkeit eingesetzt werden dürfen, da es sich wirksam zur Verhinderung des Schwanzbeißens gezeigt habe.

Ein weiterer Punkt sind die Fixierungszeiten der Sauen. So sollten laut BFL die Sauen einer Besamungsgruppe mindestens bis zum 12. Tag nach dem Absetzen fixiert werden können. In den Abferkelbucht wird eine Fixierungszeit von sieben Tagen empfohlen. Auch zu weiteren Punkten wie den Übergangszeiten, den Kastenstandbreiten, der Sensorfütterung oder des Lichtangebots wird in der Stellungnahme eingegangen, die Sie in der unten stehenden PDF finden.

Mit Material von AgE, BFL

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...