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Experten-Interview

Kastrationsverbot: Diese Kosten kommen auf die Mäster zu

Ferkelbetäubung
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Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
17.11.2016

Mit dem Kastrationsverbot ab 2019 müssen sich Mäster und Handel neu positionieren. Dazu ein LAND & Forst-Experten-Interview.

Hortmann-Scholten Portrait

Auch Handel und Erzeugergemeinschaften als Nahtstelle zwischen Mäster und Schlachthof müssen sich positionieren, wie es 2019 nach dem Verbot der Kastration weitergehen soll. Land&Forst sprach darüber mit Dr. Albert Hortmann-Scholten von der LWK Niedersachsen.

LuF: Es sind nur noch etwa zwei Jahre bis zum Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration. Glauben Sie, dass bis dahin jeder Mäster „seinen“ Weg gefunden hat, wie er damit umgeht?

Nein, das bin ich nicht. Sowohl Ferkelerzeuger, Mäster als auch die Schlacht- und Verarbeitungsindustrie suchen derzeit händeringend nach dem richtigen Weg. Auf den ersten Blick ist 2019 vielleicht noch weit weg, aber die Zeit dürfte schon knapp werden, zumal von Seiten des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) verschiedentlich durchaus Signale kommen, dass ein früherer Ausstieg gewünscht ist.

Jeder Betrieb benötigt einen gewissen zeitlichen Vorlauf, um für sich das optimale Verfahren herauszufinden. Allerdings wird meines Erachtens der Markt zeigen, welches Verfahren unter Tier- und Verbraucherschutzgründen sowie aus ökonomischer Sicht richtig ist.

LuF: Welche Kosten verursacht die Umstellung?

Für die Mäster ist die Ebermast unter ökonomischen Gesichtspunkten derzeit die beste Variante. Allerdings stagniert in weiten Teilbereichen des Fleischverkaufs die Eberfleischvermarktung. Die Impfung spielt momentan eine untergeordnete Rolle und dürfte sich aufgrund einer vielfach noch nicht gegebenen Marktakzeptanz schwer tun, die Kosten liegen bei zweimaliger Impfung etwa zwischen 4 und 5 Euro pro Tier.

Aus ökonomischer Sicht hat die Inhalationsnarkose mit Isofluran momentan die Nase vorn. In Abhängigkeit von der Bestandsgröße schwanken die Kosten. Wegen der zwingend notwendigen Beteiligung eines Veterinärs werden aber auch in sehr großen Sauenbeständen immer noch Kosten von mindestens 1,50 Euro pro Ferkel entstehen.

LuF: Werden die anderen EU-Staaten noch nachziehen?

Damit ist in weiten Teilen der EU nicht zu rechnen. Dänemark hat sich z. B. noch nicht festgelegt. Selbst bei dem von der Regierung angekündigten Qualitätssiegel finden sich hierzu keine Angaben. Die Niederlande setzt auf die sehr kostengünstige CO2-Betäubung. Diese ist allerdings bei der Ferkelkastration in Deutschland nicht erlaubt.

Das vollständige Interview lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 46/2016 auf den Seiten 28 und 29. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

In Bildern: 10 Tipps zur Minimierung der Ferkelverluste

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