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Schweinegesundheit

5 Fakten zu Kochsalzvergiftung bei Schweinen

Mastschwein trinkt an einer Tränke
am Freitag, 21.08.2020 - 09:39 (Jetzt kommentieren)

Plötzlich verendete Tiere, andere mit Krämpfen oder knirschenden Zähnen. Der Grund: eine Kochsalzvergiftung. Unsere fünf Fakten zeigen, worauf Sie achten müssen.

Ein nicht alltäglicher Fall ereignete sich in einem Ferkelaufzucht- und Mastbetrieb. Eines Morgens waren plötzlich Tiere verendet, andere hatten Krämpfe oder knirschten mit den Zähnen. Die Diagnose lautete Kochsalzvergiftung.

Welche Ursachen führen zu einer Kochsalzvergiftung?

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Hauptursache für eine Kochsalzvergiftung ist ein Ausfall der Wasserversorgung (Abstellen der Wasserzufuhr, Zufrieren der Leitung) oder ein ungenügendes Wasserangebot in Kombination mit dem Verfüttern stark salzhaltiger Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie.

Seltener sind echte Futterfehlmischungen bei ausreichendem Wasserangebot die Ursache für eine Kochsalzvergiftung beim Schwein.

Bei Wassermangel treten Vergiftungserscheinungen bereits bei üblichen Kochsalzgehalten im Futter von 0,25 bis 1 Prozent auf. Sind die Schweine gut mit Wasser versorgt, können Kochsalzgehalte von 8 bis 13 Prozent im Futter toleriert werden.

Wie kann eine Kochsalzvergiftung festgestellt werden?

Die Diagnose der Kochsalzvergiftung erfolgt über einen eindeutigen Vorbericht. Zur weiteren Abklärung können Blut- oder Futteranalysen durchgeführt werden. Weitere Aufschlüsse kann die Untersuchung von Tierkörpern (pathologisch, virologisch, mikrobiologisch) liefern. In Organgewebeschnitten (Histologie) ist der Untergang von Nervenzellen in Kombination mit einer Ansammlung von Blutzellen (eosinophiler Granulozyten) um Gefäße des Hirngewebes und der weichen Hirnhaut ein eindeutiger Hinweis auf eine Kochsalzvergiftung.

Welche Symptome treten bei einer Kochsalzvergiftung auf?

Symptomatisch sind zentralnervöse Störungen wie

  • Schmatzen,
  • Speicheln,
  • Zähneknirschen,
  • Festliegen und
  • Ruderbewegungen in Seitenlage.

Teilweise treten die Symptome in Kombination mit epileptiformen Krampfanfällen, unkoordiniertem Gang, Rückwärts- oder Kreislaufen sowie Drängen gegen die Wand, Teilnahmslosigkeit, Taubheit, Blindheit, Erbrechen und Durchfall. Wird den Tieren Wasser angeboten, zeigen sie großen Durst.

Welche Folgen hat ein gestörter Salzhaushalt bei Schweinen?

Bedingt durch einen relativen oder absoluten Wassermangel ist die Regulation des Salzhaushalts (Elektrolythaushalt) im Tier gestört. Es kommt zu einer Umverteilung von Flüssigkeit zwischen dem Zellinneren und dem Zellzwischenraum. Flüssigkeit wird im Gehirn eingelagert (Hirnödem) und damit die Nerventätigkeit gestört.

Wie kann eine Kochsalzvergiftung therapiert werden?

Die Therapie erfolgt über eine sukzessive, aber kontrollierte Steigerung der Wasserzufuhr. Ein Ad-libitum-Wasserangebot verbietet sich.

  1. Am ersten Tag sollten mehrfach kleinere Wassermengen (etwa 10 bis 20 Prozent des Tageswasserbedarfs) in Wannen oder Trögen angeboten werden.
  2. Am Folgetag können die fest installierten Tränkevorrichtungen stundenweise angestellt werden.
  3. Erst ab dem dritten Tag sollten die Tiere wieder unbegrenzt Wasser aufnehmen können.

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