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Mit dem Hoftierarzt unterwegs

Kümmernde Schweine: Das Circovirus hat zugeschlagen

Ferkel nadellos geimpft
am Montag, 04.03.2019 - 05:00

In einem geschlossenen Betrieb kam es in der Mast zu Symptomen, die den Verdacht einer akuten Circovirusinfektion nährten. Mit Einführung der in diesem Fall nadellosen Circoimpfung war das Problem schnell gelöst.

Der Fall: Vermehrt Kümmerer und erhöhte Verluste

Zunächst lief für Schweinehalter Eiken Struve aus Esgrus in Schleswig-Holstein alles nach Plan. Nach dem Neuaufbau seiner Sauenherde mit hochgesunden dänischen Tieren war längere Zeit Ruhe im Bestand. Auch auf prophylaktische Impfungen der Ferkel, zum Beispiel gegen Mykoplasmen, PCV2 (Circovirus) und PRRS, konnte er verzichten.

Doch dann änderte sich – anfangs noch unbemerkt – die Situation im Bestand. Höhere Verlustraten, eine allgemein schlechtere Tiergesundheit sowie eine erhöhte Anzahl an Kümmerern bei den Mastschweinen trübten das Bild. Die Verluste stiegen um mehr als das Zweifache von 1,1 auf 3,7 Prozent.

Die Diagnose: Infektion mit Circoviren

Aufgrund der Krankheitssymptome wurden umgehend diagnostische Untersuchungen eingeleitet, um die Ursachen genau abzuklären. Sie brachten ein klares Ergebnis: Neben einer hohen Circovirenlast selbst konnten auch hohe Antikörpergehalte im Blut der Tiere nachgewiesen werden.

Damit war das Circovirus ursächlich am beschriebenen Krankheitsgeschehen beteiligt. Die Diagnose zeigt, dass das hartnäckige Virus trotz eines strengen Gesundheits- und Hygienemanagements den Weg in den Betrieb gefunden hat.

Die Lösung: Ferkel werden jetzt nadellos gegen PCV2 geimpft

Nach dem Nachweis einer akuten PCV2-Infektion im Bestand entschieden sich Eiken Struve und sein Tierarzt Dr. Gunnar Ernst für die sofortige Impfung der Ferkel gegen PCV2. Das Besondere: Zum Einsatz kam ein sogenannter intradermaler Impfstoff, der den Tieren nadellos, sprich per Druckluft, stressarm in die Haut verabreicht wird.

Der Erfolg der Impfung ließ nicht lange auf sich warten. So sanken die Verluste in der Mast wieder auf etwa 1 Prozent, also auf ein Niveau wie vor dem PCV2-Ausbruch. Und nicht zuletzt konnte mit der Einführung der Impfung der Anteil antibiotischer Behandlungen auf nahezu null reduziert werden.

Mehr über diesen Praxisfall lesen Sie im Beitrag „Kümmerer und mehr Verluste“ in der Oktober-Ausgabe von agrarheute Schwein, ab Seite 46.

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