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Tiergesundheit

Lahmende Schweine: Frühe Diagnostik schützt vor Verlusten

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Die Ursachen für lahme Schweine sind vielgestaltig, die wirtschaftlichen Einbußen enorm. Über eine umfangreiche Diagnostik lassen sich Mängel in der Haltungsumwelt oder in der Fütterung schnell feststellen und beheben.

am Donnerstag, 15.09.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Gesunde Gliedmaßen der Schweine sind ein wichtiger Tierwohlindikator und sprichwörtlich das Fundament für hohe biologische Leistungen. Bei Sauen sind sie die Grundvoraussetzung für eine lange Nutzungsdauer. In der Schweinemast wirkt sich eine mangelhafte Gliedmaßengesundheit direkt auf die Mast- und Schlachtleistung aus. Die Folge sind höhere Verluste, geringere Tageszunahmen, eine schlechtere Futterverwertung und mögliche Abzüge am Schlachtkörper. Letztlich sind Lahmheiten immer mit (hohen) wirtschaftliche Verlusten verbunden.

Lahmheiten: Die Klauen der Sauen im Auge behalten

Die Basis für eine gesunde Klaue ist ein gutes Hornwachstum. Hier spielt die Fütterung eine zentrale Rolle. Für die Entstehung eines harten, belastbaren Horns wird das wasserlösliche Vitamin Biotin benötigt. Des Weiteren sind Kupfer (Cu), schwefelhaltige Aminosäuren (Cystin und Methionin), Mangan (Mn) und Zink (Zn) für die Keratinbildung und somit für ein gesundes Hornwachstum unerlässlich. Mängel führen hier zu einem gestörten Klauenwachstum, was Risse und eventuell Entzündungen zur Folge hat.

Die Klauenpflege sollte daher zum Standard eines erfolgreichen Ferkelerzeugerbetriebs gehören. Einmal pro Reproduktionsdurchgang sollten die Klauen der Sauen entsprechend kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden. Vor allem zu lange Afterklauen können abreißen, sich dadurch entzünden und letztlich zum Totalausfall der Sau führen.

Gründliche Diagnostik bei Lahmheiten unerlässlich

Bei Lahmheiten von Schweinen sollte zunächst generell geklärt werden, wie sich diese äußert und wann sie auftritt. Hierzu sind die Tiere entsprechend zu untersuchen. Gibt es Anzeichen für Traumata, Gelenksentzündungen und wie sind die Klauen beschaffen? Ist die Lahmheit therapeutisch zu behandeln?

Handelt es sich vorrangig um Verletzungen, sollte das Umfeld der Tiere näher beleuchtet werden. Wie sieht es mit dem Stallboden aus? Gibt es Stresssituationen für die Tiere bei Neugruppierungen, bei Rangkämpfen, bei der Fütterung? Gibt es Bereiche, wo Tiere sich verletzen? Sind Bereiche zu glatt, sodass Tiere ausrutschen können? Die Umgebungsüberprüfung spielt eine zentrale Rolle in der Lahmheitsdiagnostik und für das Beheben der Ursachen.

Für die Diagnostik von Gliedmaßenerkrankungen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Die Sektion, sprich die pathologisch anatomische Untersuchung, bringt den besten Überblick bei Lahmheiten. Hierfür sollten klinisch erkrankte Tiere ausgewählt werden. Gelenke zum Beispiel lassen sich auf Entzündungen oder Deformationen untersuchen. Zur Diagnostik am lebenden Tier sind auch Gelenkspunktate möglich.

Mit Material von Dr. Torsten Pabst, Tierarzt aus Dülmen

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