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Bauförderung Landwirtschaft

Landwirte und Tierärzte unterstützen Positionspapier zum Kastenstand

Sauen in Kastenständen
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
29.08.2018

Die Bauförderung Landwirtschaft (BFL) spricht sich für eine Änderung des BMEL-Eckpunktepapiers zum Kastenstand aus. Verschiedene Praktikergruppen aus Tierärzten und Schweinehaltern, die bereits Erfahrung mit der Umsetzung des Magdeburger Urteils haben, unterstützen diesen Vorschlag.

Die Bauförderung Landwirtschaft (BFL) schlägt mit ihrem Positionspapier eine Änderung des Eckpunktepapiers zum Kastenstand des BMEL vor. Das soll den Verlust der deutschen Sauenhaltung verhindern. Verschiedene Praktikergruppen aus Schweinehaltern und Tierärzten unterstützen den Vorschlag der BFL. Diese haben bereits Erfahrungen mit der Umsetzung des Magdeburger Urteils gesammelt und wollen die Forderungen der BFL mit eigenen Positionspapieren zum Kastenstand unterstützen. Dazu zählen die Interessengemeinschaften der Schweinehalter (IGS) in Thüringen und Sachsen, die Schweinehalter des Projekts „Optimale Haltung güster Sauen (OHgS), die Schweine-Fachtierärzte des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte (bpt) sowie eine Expertengruppe aus Schweinehaltern und Beratern.

BFL und Praktikergruppen stimmen in wesentlichen Punkten überein

Die BFL und die genannten Praktikergruppen sind sich in folgenden Punkten einig:

1. Wesentliche Maße zur Gestaltung der Einzelahltung von Sauen werden nicht in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) geregelt. Unter der Führung des DLG-Ausschuss Technik Tierhaltung werden diese Maße schnellstmöglich erarbeitet. Eine rechtsverbindliche Regelung könnte in den Ausführungshinweisen erfolgen. Die Expertengruppe hat sich bereits gebildet und ein Statement zum BMEL-Eckpunktepapier erarbeitet.

2. Im Sinne des BMEL-Eckpunktepapiers zum Kastenstand werden folgende Punkte schnellstmöglich in gesetzliche Regelungen überführt: 

  a. Fixierung der Sauen ist nur möglich:

  • im Besamungsbereich bis maximal 12 Tage nach dem Absetzen
  • für bestimmte Behandlungszwecke

  b. In der Übergangszeit können Kontrollbehörden nur dann andere Maße fordern, wenn im jeweiligen Einzelfall, also pro Sau, Schmerzen, Leiden oder            Schäden festgestellt wurden.

 c. Für Betriebe die bis zum Inkrafttreten der neuen Regelung bereits umgebaut haben, eine Verlängerung der Übergangsfrist von mindestens 7 Jahren.       Hierbei soll in Anlehnung an § 45 (12) bei der Einführung der Gruppenhaltung gehandelt werden.

 d. Die Regelung sollen nur für Neubauten, oder größere Umbauten gelten, wenn z.B. tragende Wände versetzt werden

3. Die Inhalte des BMEL-Eckpunktepapiers sollen mit weiteren Interessenvertretern abgestimmt werden. Hier sind zum Beispiel folgende Gruppen zu nennen:

  • Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
  • Schweinehalter des Projekts „Optimale Haltung güster Sauen (OHgS).

Ziel der Abstimmung ist es, eine konzentrierte Aktion zu entwickeln, sodass gegenüber der Politik eine möglichst einheitliche Meinung vertreten werden kann. Weitere Informationen sowie die Positionspapiere zum Herunterladen finden Sie auf der Internetseite der BFL (bfl-online.de).

  

 

 

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