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Schwein

Landwirtschaftskammer: Schweine jetzt nicht überstürzt verkaufen

von , am
19.01.2011

Oldenburg - Landwirte sollten besonnen auf die Preiskatastrophe am Schweine- und Ferkelmarkt reagieren, rät die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

© Mühlhausen/landpixel

Keinesfalls sollten Schweine überstürzt verkauft werden. Wenn sich die Lage normalisiert, ist mit einer schnellen Erholung des Schweinemarktes zu rechnen, heißt es in einer Pressemitteilung. In wichtigen Erzeugerländern Europas sowie auch auf den Weltmärkten gebe es einen Trend zu steigenden Schweinepreisen.

Der Preis für Schweinefleisch ist innerhalb weniger Tage um 23 Cent auf 1,12 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gefallen. Einen Preissturz in dieser Höhe (17 Prozent) hat es während des zwölfjährigen Bestehens der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG), die wöchentlich Preisempfehlungen herausgibt, noch nicht gegeben.

Ferkelpreise fallen: 30 Euro pro Tier 

Als Folge dieser Entwicklung hat auch die Ferkelnotierung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nachgegeben. Der Preis für ein 25-Kilogramm-Ferkel fiel in den letzten 14 Tagen um rund ein Viertel auf jetzt 30 Euro pro Tier. Sobald sich das Marktgeschehen in Deutschland normalisiert hat, sind Mäster nach Ansicht der Kammer gut beraten, die Schlachtgewichte ihrer Schweine zu senken.

Kammer empfiehlt leichtere Schweine 

Beim Verkauf sollten die Tiere deutlich weniger als 120 Kilogramm Lebendgewicht auf die Waage bringen. Dadurch würde das durchschnittliche Schlachtgewicht in Nordwest-Deutschland von derzeit 98 Kilo pro Tier auf 94 bis 95 Kilo gesenkt. Angesichts sehr hoher Futterkosten und inakzeptabel niedriger Schweinepreise sei das der zurzeit optimale Vermarktungskorridor. Damit ließen sich die derzeitigen hohen Verluste von rund 50 bis 60 Euro je Schwein verringern. Gleichzeitig würde der Ferkelabsatz belebt. Der deutsche Fleischmarkt würde bei wöchentlich einer Million Schlachtungen um rund 3.000 Tonnen Schweinefleisch pro Woche, das sind gut drei Prozent, entlastet.

Zu geringe Nachfrage nach Schweinefleisch  

Mittelfristig kann nur eine steigende Nachfrage nach Schweinefleisch am Schweine- und Ferkelmarkt für Entspannung sorgen, so die Kammer weiter. Dabei sei die Bedeutung der Exportmärkte für den Schweinesektor nicht zu unterschätzen. Das statistische Bundesamt beziffert den Schweinefleischexport des letzten Jahres auf 4,8 Milliarden Euro. Ein großer Teil der Ausfuhren geht nach Russland. Die dortige Verbraucherschutzbehörde hat zwar die Kontrollen gegenüber Deutschland und anderen EU-Ländern verstärkt, sieht derzeit jedoch keinen weiteren Handlungsbedarf. (pd)

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