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Schweinehaltung

Lange Ringelschwänze: Ein Erfahrungsbericht

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
20.09.2016

Ringelschwänze bei Ferkeln auf einem konventionellen Schweinehaltungsbetrieb? Thorsten Riggert, Tierhalter aus Klein Süstedt im Landkreis Uelzen hat das ausprobiert.

Thorsten Riggert wollte es wissen: Lässt sich der lange Ringelschwanz bei Ferkeln problemlos auf einem konventionellen Schweinehaltungsbetrieb umsetzen? Der Landwirt und Tierhalter aus Klein Süstedt im Landkreis Uelzen macht deshalb seit 2012 bei verschiedenen Modellprojekten mit, wie dem des Bundeslandwirtschaftsministeriums, einem Versuch des Landes und dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes.

Seine Empfehlung an die Berufskollegen lautet: Im Prinzip ja - aber mit einigen sehr gewichtigen Einschränkungen. Seine Erfahrrungen stellt er heute auf dem Veredelungstag des Deutschen Bauernverbandes im münsterländischen Senden vor.

Schweine gut beobachten

„Einige Betriebsleiter mit konventionellen Ställen werden durchaus auf das Kupieren der Schwänze verzichten können, auf allen Höfen wird es sich nicht umsetzen lassen“, meint Riggert. Die Tierhalter müssten insbesondere die Ferkel sehr, sehr genau beobachten.

Die Tiere benötigten viel Beschäftigungsmaterial, gerne wechselnd, und andere Angebote zur Unterhaltung. Dazu zählt der Vertreter des Landvolkes Niedersachsen unterschiedlich strukturiertes Futter, Buchten mit verschiedenen Bodenbelägen, Ruheräumen und Rückzugsorten sowie Spielplätzen. „Nur wenn Gesundheit, Klima, Futter und Betreuung optimal laufen, gibt es kaum Zwischenfälle“, schildert Riggert.

Bei Rangeleien sofort reagieren

Aber selbst dann ließen sich Rangeleien nicht ausschließen und erforderten eine sofortige Reaktion des Betriebsleiters oder seiner Mitarbeiter. „Dann müssen zunächst die Tiere abgelenkt und beschäftigt werden, ehe die Ursachen für das Schwanzbeißen erkannt und beseitigt werden können“, hat er gelernt. Dafür benötige der Betriebsleiter einen zeitlichen Puffer und freie Stallplätze.

Deutlich höhere Kosten mit kupierten Schwänzen

Und genau hier sieht er die Ursachen für die deutlich höheren Kosten gegenüber der Schweinemast mit kupierten Schwänzen. Die Kosten liegen daher knapp 25 Euro je Schwein oder 25 Cent je Kilogramm höher. „Den Aufwand bezahlen dem Landwirt weder Handelsketten noch Politiker oder Tierschutzorganisationen, die lautstark nach Schweinen mit Ringelschwänzen rufen“, bedauert Riggert.

Die Umsetzung wird nach seiner Einschätzung aufgrund der baulichen Voraussetzungen nicht in allen Ställen funktionieren können, der Betriebsleiter müsse zudem auf engagierte Mitarbeiter vertrauen können. Als problematisch stuft Riggert Verletzungen ein, die sich die Tiere gegenseitig zufügen und die nicht direkt zu erkennen sind. Sie könnten bei den Schweinen üble innere Verletzungen und große Schmerzen verursachen, also genau das Gegenteil der eigentlichen Absicht bewirken.

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