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Schweinehaltung

Leerstände im Schweinestall melden, sonst drohen Liefersperren

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am Dienstag, 26.04.2022 - 14:14 (1 Kommentar)

Schweinehalter stehen unter enormen wirtschaftlichen Druck, einige lassen ihre Ställe bereits leer stehen. Dabei sollten sie ein paar Dinge beachten.

Schweinehalter sind von den aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen stark betroffen. Teilweise beeinflusst es ihre weitere betriebliche Ausrichtung. Bei einer Umstrukturierung sind allerdings viele Details zu beachten und alle Änderungen zu melden.

So ist es auch, wenn längere Leerstandszeit geplant sind. Häufig steht bei dieser Informationskette der Bündler für das QS- oder ITW-System nicht an erster Stelle, dabei ist es wichtig, sich an diesen zu wenden. IQ agrar hat erklärt, warum:

ITW-System: Bestätigungsaudit nötig

Landwirte die lange Leerstände oder sogar eine mögliche Aufgabe der Schweinehaltung planen, bekommen immer wieder Probleme, zum Beispiel bei der Teilnahme an der Initiative Tierwohl (ITW). Jeder Betrieb, der die Teilnahme an der ITW beendet, benötigt ein abschließendes Bestätigungsaudit. Selbst wenn noch nicht klar ist, ob nach einem Leerstand überhaupt wieder Tiere eingestallt werden, ist ein vorsorgliches Audit ratsam.

Häufig kann das ohnehin anstehende Bestätigungsaudit dafür frühzeitig herangezogen werden. Eine Auditierung kann jedoch nur erfolgen, solange Tiere im Stall sind. Melden Sie sich daher zeitnah vor der letzten Ausstallung bei Ihrem Bündler, um den weiteren Verlauf zu besprechen.

QS-System: Liefersperren möglich

Im QS-System ist die Meldung eines Leerstands entscheidend für das verpflichtende Salmonellenmonitoring. Um möglicherweise drohende Liefersperren zu verhindern, sollte der Leerstand umgehend nach Wiederaufstallung bei dem Bündler gemeldet werden. Die Meldung bewirkt bei der Quartalskategorisierung eine Verlängerung des Beprobungszeitraums (auf maximal 5 Quartale).

Ein Leerstand umfasst mindestens 30 Tage, aber maximal 6 Monate und kann nur einmal innerhalb von zwölf Monaten gemeldet werden. Die Teilnahme am QS-System bleibt in dieser Zeit weiterhin bestehen. Unabhängig von dem gemeldeten Leerstand muss für die Salmonellenkategorisierung das betriebsindividuelle Probensoll erfüllt werden, welches Schweinehalter den Quartalsinformationen des Bündlers entnehmen können.

Ist das aktuelle Probensoll nicht erreicht, müssen weitere Maßnahmen – wie die Blutprobenziehung vor der nächsten Vermarktung – ergriffen werden. Ist im Vorfeld absehbar, dass ein Standort länger als 6 Monate keine Mastschweine halten wird, kann über eine vorrübergehende Abmeldung vom QS-System nachgedacht werden. Dies sollte jedoch immer betriebsindividuell und in Absprache mit dem Bündler beurteilt werden.

Mit Material von IQ Agrar

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