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Mangelnde Transparenz bei der Klassifizierung: Jetzt reicht`s!

von , am
20.12.2011

Damme - Mehr Transparenz und ein Kontrollkonzept für die Klassifizierung von Schlachtkörpern von Schweinen fordert die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN).

Zum Mai 2014 wurden laut Viehzählung 28,1 Millionen Schweine in Deutschland gehalten. © Mühlhausen/landpixel
Sei es beim Maskenball im Herbst 2011, dem anschließenden Theater bei der Formelumstellung um defekte Bauteile oder den aktuellen Unstimmigkeiten bei der Westfleisch - wenn man sich die Ereignisse der letzten Wochen nüchtern ansieht, kommen erhebliche Zweifel an der Transparenz und einer funktionierenden Kontrolle der AutoFOM-Klassifizierung auf.
 
Diese Fälle unterstreichen aus Sicht der ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. die Notwendigkeit, bei der Auto-FOM-Klassifizierung schnellstmöglich ein deutlich verbessertes Sicherheits- und Kontrollkonzept zu entwickeln und umzusetzen. Dazu zählen beispielsweise ein regelmäßiger verpflichtender Austausch von Bauteilen, die einer Abnutzung unterliegen, und eine erweiterte regelmäßige Kontrolle nicht nur der Auto-FOM-Geräte, sondern auch aller anderen Klassifizierungsverfahren und Wiegeeinrichtungen.

ISN fordert Kontrolle der Klassifizierung

In diesem Zusammenhang muss auch die Rolle der Klassifizierungsunternehmen näher unter die Lupe genommen werden. Für die ISN reicht das aber noch nicht aus: "Damit das letzte Quäntchen Vertrauen, das der Schweinehalter noch in die Klassifizierung hatte, nicht verspielt wird, fordert die ISN ein klares Bekenntnis der Schlachtunternehmen zur Black Box!", unterstreicht ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. "Das gilt nicht nur für die Westfleisch, sondern für alle Schlachtunternehmen, die mittels AutoFOM klassifizieren.", so Staack weiter. Obwohl nahezu alle Schlachtunternehmen nicht müde werden, sich an allen möglichen Stellen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Landwirten zu rühmen, nimmt bislang von den führenden Unternehmen der Branche lediglich Tönnies am Black Box-Projekt teil.

ISN: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Immerhin hat die Westfleisch kürzlich ebenfalls die Einführung eines Gerätes zumindest an einem Standort in Aussicht gestellt. Den Worten müssen nun Taten folgen. Die ebenfalls führenden deutschen Schlachtbetriebe Vion und Danish Crown halten sich bislang in dieser Sache mehr als bedeckt. Im gleichen Atemzug erteilt die ISN den "Blackbox-Skeptikern" eine klare Abfuhr: "Wie viele Belege für die Notwendigkeit sind noch nötig? Die Befindlichkeiten der Skeptiker spielen für uns keine Rolle, wir wollen endlich mehr Transparenz für die Schweinehalter" stellt Staack klar, "wenn nicht jetzt, wann dann?"
Aus Sicht der ISN reicht es jetzt!
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