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Sauenfütterung

Mehr Ruhe im Stall dank Phasenfütterung

sauen-wartestall
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
13.04.2018

Dank einer veränderten Fütterung kann Matthias Finkenbrink seine Sauen nicht nur optimal versorgen, sondern schaffte auch mehr Ruhe im Stall.

Abferkelstall-Matthias-Finkenbrink

Matthias Finkenbrink betritt seinen Wartestall. Mit einem kurzen Pfiff macht er seine Tiere auf sich und die Besucher im Stall aufmerksam. „Noch vor kurzem waren die Sauen hier sehr unruhig“, sagt der Landwirt. Dank einer umgestellten Fütterung habe er das aber in den Griff bekommen.

Mit Unterstützung seiner Frau und seines Vaters führt Matthias Finkenbrink einen Familienbetrieb mit 350 Sauen in Warendorf. Mit den steigenden Leistungen wurden viele seiner Sauen immer unruhiger. „Besonders im Wartebereich war das ein Problem“, erinnert sich der Schweinehalter.

Mehr Ruhe im Wartestall dank veränderter Fütterung

Für gelassenere Sauen stellte Matthias Finkenbrink die Fütterung seiner Sauen um. Dazu nutzte er das Angebot eines Futtermittelunternehmens, das gleichzeitig eine enge Beratung anbietet. Nun erhalten seine Sauen Rationen, die exakt auf die einzelnen Produktionsphasen zugeschnitten sind.

Die tragenden Sauen erhalten seitdem rohfaserreiches Flüssigfutter. Der Landwirt füttert sie zweimal morgens, um 7 und um 8 Uhr. Sie erhalten Rationen von 3,3 bis 3,5 kg. Mit diesem Management stellt er sicher, dass die Tiere das Futter besser aufnehmen und verwerten. „Und es schafft Ruhe in den Kleingruppen“, sagt er.

Gut vorbereitet für die Geburt

Ab dem Einstallen in die Abferkelbucht füttert Matthias Finkenbrink seinen Sauen ein Vorbereitungsfutter. Es enthält leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Traubenzucker. Das entlastet den Stoffwechsel und den Darm der Sauen rund um die Geburt. „Damit haben sich die auch die Geburtsverläufe verbessert“, sagt der Landwirt. Das Vorbereitungsfutter liefert den Sauen außerdem ausreichend Energie, um ihre bis zu 16 lebend geborenen Ferkel zu versorgen.

Laktationsfutter begrenzen

Bis zum fünften Tag nach der Geburt erhalten die Sauen das Vorbereitungsfutter. Damit erspart Matthias Finkenbrink ihnen eine Futterumstellung kurz nach dem Abferkeln. Anschließend stellt er auf das Laktationsfutter um. Anhand einer spezifischen Futterkurve begrenz er die Futteraufnahme auf 9 kg täglich.

Flushing-Effekt nutzen

Nach dem Absetzen nutzt der Landwirt den Flushing-Effekt. Die erste Mahlzeit im Deckzentrum setzen die Sauen aus. Anschließend erhalten sie täglich in den ersten fünf Tagen nach dem Absetzen 4 bis 5 kg Trockenfutter für tragende Sauen. Bis zum 40. Tag wird ihnen dieses Futter je nach Kondition vorgelegt, wobei jedes Tier mindestens 3 kg Futter pro Tag aufnimmt.

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