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Schwein

Möllers warnt vor Import niedriger dänischer Schweinepreise

von , am
21.12.2010

Münster - Die Übernahme des Schlachtunternehmens D&S Fleisch in Essen/Oldenburg durch den dänischen Konzern Danish Crown wird vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) mit großer Sorge gesehen.

Schweine werden auf einen Viehtransporter verladen. © Mühlhausen/landpixel

Danish Crown sei eines der größten Schlachtunternehmen der Welt und habe in Dänemark einen Marktanteil von etwa 95 Prozent im Bereich der Vermarktung von Schweine- und Rindfleisch.

"Die marktbeherrschende Stellung in Dänemark hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Schweinemäster deutlich weniger für ihre Tiere erhalten als in Deutschland", erklärte WLV-Präsident Franz-Josef Möllers in einer Presseverlautbarung.

Aggressive Preispolitik von Danish Crown   

In den vergangenen Jahren habe dieser Rückstand zwischen sieben Cent und 10 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht betragen, umgerechnet etwa acht Euro je Schwein. Die marktbeherrschende Stellung von Danish Crown in Dänemark dürfe auf keinen Fall dazu genutzt werden, Preisdruck auf die deutschen Erzeuger auszuüben, so Möllers. Durch eine preisaggressive Exportpolitik seitens des Großkonzerns könnten deutsche Schlachtunternehmen ins Hintertreffen geraten.

Zwang zu immer größeren Tierbeständen 

Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssten hiesige Unternehmen dann diesen Druck an die heimischen Schweinemäster weitergeben. Für den WLV habe die Preispolitik von Danish Crown bis heute einen entscheidenden Einuss auf die Strukturentwicklung der dänischen Landwirtschaft, führte Möllers weiter aus. Der anhaltende Preisdruck habe dazu geführt, dass der Strukturwandel dort massiv angeheizt worden sei, verbunden mit dem Zwang zu immer größeren Beständen. Bereits heute stünden mehr als drei Viertel der dänischen Schweine in Ställen mit mehr als 1.000 Tieren. (AgE)

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