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Tierschutz extrem

Morddrohungen gegen Schweinehalter-Familie

Schweinehalterin Nadine Henke
am Freitag, 24.04.2020 - 14:30 (2 Kommentare)

Schriftliche Morddrohungen auf facebook oder per E-Mail kannten Nadine und Heinrich Henke schon. Aber per Telefon, das sei eine neue Eskalationsstufe für die Schweinehalter-Familie.

Schweinezüchter Heinrich und Nadine Henke

"Es hat mich mehr geschockt, als ich erwartet hätte", sagt Heinrich Henke gegenüber agrarheute. Gestern Abend ging er ans Telefon. Es war eine unterdrückte Nummer. Eine verzerrte Stimme sagte: "Heinrich? Deine Tage sind gezählt!"

Nadine Henke und ihr Mann Heinrich aus Bruchhausen-Vilsen sind Schweinehalter. Sie berichten regelmäßig und mit Herzblut, beispielsweise in ihrem Blog Brokser Sauen, auf facebook oder in unserer Kolumne Frei Schnauze sehr offen über ihre Arbeit im Schweinestall. Ohne etwas zu beschönigen. Sie sehen es als ihre Aufgabe an, Verbraucher über die moderne Schweinehaltung zu informieren.

"Insofern haben wir mit so etwas gerechnet. Wir haben schon häufiger Morddrohungen per Mail oder fiese Kommentare unter unseren Posts erhalten. Gestern erst hat Nadine Henke deshalb gefragt: "Liebe Politik, liebe Gesellschaft, wo sind wir hingekommen?"

"Der Anruf hat mich nicht überrascht", sagt Heinrich Henke. Aber die erste persönliche Morddrohung per Telefon habe ihn mehr geplättet als gedacht. Die Familie hat deshalb auch sofort die Polizei eingeschaltet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Eins habe der Anruf nicht geschafft: Das Nadine und Heinrich Henke mit der Öffentlichkeitsarbeit aufhören. Aber allein aus Rücksicht auf ihre Kinder und die Mitarbeiter werden sie künftig wohl vorsichtiger sein.

Julia Klöckner: Morddrohung ist nicht zu entschuldigen

Unterstützung und Zuspruch erhält Familie Henke von vielen Seiten. Auch von ganz oben: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner antwortet auf Twitter.

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