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Mykotoxine: Heimischen Mais vor der Fütterung testen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
20.10.2015

Schweine reagieren am empfindlichsten auf Mykotoxine im Futter. Bei der Gabe von heimischen Silo- oder Körnermais sollte die Ration deshalb auf Fusarientoxine untersucht werden.

Schweine reagieren besonders empfindlich auf zu hohe Mykotoxinwerte im Futter. © Mühlhausen/landpixel
Der Gehalt an Mykotoxinen im Mais steigt seit 2011 stetig an. Wie die Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Sachsen (LfULG) schreibt, scheinen die typischen Jahresschwankungen nahezu ausgehebelt. Während die Gehalte der Fusarientoxine beim Weizen 2015 unauffällig blieben, bestätigte sich beim Mais die Entwicklung der letzten Jahre. So wurde in zwölf der bislang 18 von der LfULG durchgeführten Proben ein DON-Gehaltswert von mehr als 1 mg je kg Trockenmasse gemessen.
 
Der Feldpilzbefall im Mais ist laut LfULG Sachsen obligat, auch gebe es bisher für Fusarientoxine nur in Lebensmitteln verbindliche Grenzwerte. Seit August 2006 existiert lediglich eine EU-Empfehlung für Höchstgehalte von Mykotoxinen in Futtermitteln. Die genannte Empfehlung gebe mit 0,9 mg je kg Alleinfutter (88% TM) laut LfULG allerdings einen sehr niedrigen Orientierungswert vor. Experten warnen bereits bei Werten, die über 0,4 mg liegen, da Schweine mit Abstand am empfindlichsten auf eine Belastung mit Mykotoxinen reagieren.
 
Deshalb rät das LfULG Sachsen, den Mais vor Einsatz in Schweinerationen zu untersuchen und die Toxinrestriktionen streng einzuhalten.

DON-Belastung steigt über die Jahre

Aktuell wurden zwar erst 18 Silomaisproben der Ernte 2015 aus dem sächsischen Monitoringmessnetz "Futtermittel" auf Mykotoxine untersucht, aber der langjährige, steigende Trend scheint auch 2015 nicht gebremst zu sein. Der mittlere DON-Gehalt erreiche mit 1,5 (max. 3,7) mg je kg Trockenmasse zwar nicht die extrem hohen mittleren Werte des Vorjahres (im Mittel 5,4 mg), aber er sei immer noch doppelt so hoch, wie im langjährigen Mittel der Jahre 1997 bis 2010. In diesem Zeitraum schwankte der DON-Gehalt zwischen 0,2 und 0,8 mg je kg Trockenmasse und man sprach durchaus von "Fusarienjahren" und Jahren, in denen die Proben eher unauffällig blieben.
 
Körnermaisergebnisse liegen laut LfULG Sachsen bislang noch nicht vor. Hier lägen die Werte erfahrungsgemäß höher als in den Silomaisganzpflanzen. In den letzten Jahren seien hier Werte bis 10 mg DON/kg gefunden worden.
 
Das Landesamt weist darauf hin, dass DON zwar als Leittoxin für die Anwesenheit einer Vielzahl anderer Mykotoxine gilt, aber hinsichtlich der Toxizität werden beispielsweise HT- und T2-Toxin noch deutlich gefährlicher eingeschätzt. Diese Toxine reagieren signifikant, wenn höhere DON-Werte gemessen werden. Auch hier steigen die Werte seit 2011 kontinuierlich an. 

Mykotoxine: Geflügel und Widerkäuer unempfindlicher

Geflügel und adulte Wiederkäuer sind gegenüber den Mykotoxinen durchaus unempfindlicher. Hier werden 5 mg je kg Alleinfutter (88 % TM) als Orientierungswert empfohlen. Der Wiederkäuer kann in seinen Vormägen antinutritive Inhaltsstoffe und mikrobielle Stoffwechselprodukte, wie z. B. Fusarientoxine, modifizieren und damit unschädlich machen. Inwieweit bei gestörter Pansenfermentation oder geschädigter Pansenschleimhaut die Entgiftungskapazität reduziert und die Durchlässigkeit der Toxine durch Pansenwand erhöht ist, ist umstritten. Eine direkte Schadwirkung der Mykotoxine kann nicht diagnostiziert werden, da keine typischen Erkrankungsbilder ausgelöst werden. Allgemeine Symptome, wie Fressunlust, Fruchtbarkeitsstörungen oder Immunschwäche, können viele Ursachen haben.
 
"Da wir uns mit unseren Milchrindern im Grenzbereich der Ernährungsphysiologie bewegen, wo kleinste Provokationen zu Erkrankungen und Störungen des Immunsystems führen, sollten wir die Fusarientoxinbelastung der Milchrinder auch in diesem Winterhalbjahr unter besondere Kontrolle stellen", schließt der aktuelle Futterrat der LfULG Sachsen.

Eine Erfolgsgeschichte: 15,3 Ferkel pro Sau

Hartmut Fischer erhält seine Jungsauen von Familie Futterer. Der Landwirt kümmert sich um seine Sauen und Ferkel mit Sorgfalt und Ruhe. Belohnt wird er mit sehr guten Leistungen. © Tobias Futterer
Seit dem Jahr 2009 setzt Hartmut Fischer ein Milchtassensystem ein. Die Ferkel erhalten somit zusätzliche Immunglobuline durch die Fremdmilch. © Tobias Futterer
Familie Futterer (von links: Hugo, und Ursula mit ihrem Sohn Tobias) beliefert Hartmut Fischer mit hochgesunden Jungsauen in zwei Altersgruppen. © Anne-Maria Grave
Dieses Abferkelabteil der Familie Futterer ist ein umgestaltetes Güllesilo. Die Sauen und Ferkel befinden sich demnach in einer Art Rundstall. Die Tierbetreuung geht leicht von der Hand. © Anne-Maria Grave
Das zweite Abferkelabteil: Mit einem Genetikwechsel wurde auch der Sauenstall saniert. © Anne-Maria Grave
Mit properen Ferkeln beginnt die Zuchtarbeit auf dem Vermehrungs- betrieb Futterer. © Anne-Maria Grave
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