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Dänemark

Nachfrage nach Fleisch mit Tierwohllabel schwächer als erhofft

liegendes Schwein
am Mittwoch, 30.10.2019 - 12:07 (1 Kommentar)

In Dänemark wird das 2017 bei Schweinen eingeführte Tierwohllabel schlechter angenommen als erhofft.

Beim dänischen staatlichen Tierwohl-Label zeigen sich offenbar erste Ermüdungserscheinungen. Einem Medienbericht zufolge hat das führende Schlachtunternehmen Danish Crown etlichen Lieferanten von Schlachtschweinen, die nach den Regeln des dreistufigen Siegels produzieren, mangels Nachfrage die Verträge gekündigt. Sollte sich dies bestätigen, würde das einen erheblichen Dämpfer für das 2017 bei Schweinen eingeführte Label bedeuten.

Handel, Medien und Verbraucher hatten das Siegel damals vom Start weg sehr positiv aufgenommen. Im Lebensmitteleinzelhandel hatten entsprechend zertifizierte Fleischprodukte innerhalb eines halben Jahres bereits ein Viertel des Sortiments ausgemacht. Laut dem Bericht sind zwischenzeitlich allerdings die Verkäufe in mehreren Kategorien wieder zurückgegangen, weshalb sich Danish Crown mangels Absatzmöglichkeiten zur Kündigung eines Teils der Verträge gezwungen sah.

Kunden unterstützen Tierwohllabel nicht mit Kaufverhalten

Der dänische Landwirtschaftsverband (L&F) zeigte sich enttäuscht von der Entwicklung und nahm hier auch die Verbraucher mit in die Verantwortung. Die Kunden forderten zwar in Umfragen fortwährend Verbesserungen bei den Tierhaltungsbedingungen, seien aber anscheinend nicht im erforderlichen Umfang dazu bereit, dies auch mit ihrem Kaufverhalten zu unterstützen.

Das vom dänischen Staat, dem Lebensmitteleinzelhandel und dem Dachverband entwickelte Tierwohlsiegel soll den Konsumenten durch eine einfache und klare Kennzeichnung mehr Transparenz liefern und den Tierschutz vorerst in den dänischen Schweineställen nachhaltig verbessern. Über die Anforderungen an die Haltung gibt dabei die Anzahl aufgedruckter Herzen auf dem Logo Auskunft.

Um die Voraussetzungen für die erste Stufe - ein Herz - zu erfüllen, müssen die Bauern die Sauen freilaufend halten, auf das Kupieren von Schwänzen verzichten, den Tieren mehr Platz und Stroh als gesetzlich festgelegt zur Verfügung stellen sowie Transportzeiten von maximal acht Stunden einhalten. Für zwei und drei Herzen werden darüber hinausgehend jeweils noch mehr Platz pro Tier und zusätzliche Strohgaben verlangt. Die Kontrollen werden durch staatliche Stellen vorgenommen.

Mit Material von AgE

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