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Neue (?) Aufnahmen von Missständen in Straathof-Anlagen

© ARIWA
von , am
09.10.2015

Vor kurzem veröffentlichte Animal Rights Watch angeblich neue Aufnahmen aus den Ställen von Straathof Betrieben. agrarheute.com hat recherchiert und bei den Behörden nachgefragt.

Im September 2015 machten Tierrechts-Aktivisten Aufnahmen in der Anlage Badingen-Osterne. © ARIWA
Die Tierschutzsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) hat am 30. September Bilder und ein Video mit dem Titel "Neue Aufnahmen aus Straathof-Imperium" veröffentlich. Die Aufnahmen zeigen unter anderem verschmutzte, verletzte und tote Tiere. Sie zeigen jedoch keine Verstöße gegen geltende Gesetze, wie ARIWA erklärt.
 
Auf Nachfrage von agrarheute.com bei ARIWA stellte sich heraus, dass lediglich die Bilder aus dem Betrieb in Badingen-Osterne (Brandenburg) kürzlich im September dieses Jahres aufgenommen wurden. Die gezeigten Aufnahmen aus Alt-Tellin (Mai 2015) und Drepkau (November 2014) sind deutlich älter. 

Bußgeldverfahren eingeleitet

Das Verbraucherministerium Brandenburgs bestätigte gegenüber agrarheute.com, dass bei einer Tierschutzkontrolle im Frühjahr dieses Jahres im Betrieb Badingen-Osterne tatsächlich tierschutzfachliche Mängel durch das zuständige Veterinäramt (VLÜA) festgestellt und der Betrieb daraufhin mit entsprechenden Auflagen versehen wurde. Bei dem Betrieb in Drebkau wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet.
 
"Die Beseitigung der Mängel werden laufend innerhalb der festgelegten Fristen kontrolliert" so der Pressesprecher Alexander Kitterer. Betreiber der Tierhaltung ist nach Mitteilung des Landkreises die Straathof-Tochter SPREEFA GmbH. Adrianus Straathof ist dort nicht als Geschäftsführer genannt.
 

M-V: Keine neuen Sachverhalte bekannt

Nach Sichtung der Bilder appelliert das Agrarministerium Mecklenburg-Vorpommerns an die Tierrechtsorganisationen, belastendes Bildmaterial schnellstmöglich an die Behörde weiterzugeben.
 
"Hier muss es eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Organisationen und den Behörden geben, da Monate nach den Aufnahmen durch die Veröffentlichung dieses Materials in den Medien Ende September, es den Behörden erschwert zu handeln. Damit können die aktuellen Darstellungen nicht bekannt sein, wenn sie im Mai geschahen. Vielmehr wird dadurch die Annahme genährt, dass z.B. die Veterinärbehörden des Landkreises nicht handeln. Dieses ist nicht so."
 
Laut Ministerium werden die Betriebe der LFD-Holding (seit Anfang des Jahres Rechtsnachfolgerin der Straathof-Holding) engmaschig mehrmals im Monat überwacht. "Bislang seien gegen die LFD Holding in Alt Tellin keine neuen Sachverhalte bekannt geworden, die eine Abgabe an die Staatsanwaltschaft erforderten", erklärte der Pressesprecher Constantin Marquardt.

Mastschweine und Ferkel unter einem Dach: So bleibt der Stall sauber

In den ersten Tagen im Flatdeck gießt Henrik Spannhake für die Ferkel frisches Wasser in einen Plastiktrog. © Anne-Maria Grave
In Reih und Glied hängen die Plastiktröge zur Beifütterung der Ferkel an der Wand. © Anne-Maria Grave
Vom Vorraum aus geht es durch die rechte Tür in den Aufzucht-, durch die linke Tür in den Mastbereich. Die passenden Klamotten hängen griffbereit an der Wand. © Anne-Maria Grave
Bei Henrik Spannhake leben Mastschweine und Aufzuchtferkel unter einem Dach. Regelmäßig säubert er die Ferkeltassen in den Abferkel-buchten. Tassen, Leitungen und den Anmisch­behälter für die Milch beziehungsweise den Prestarter reinigt der Landwirt jede Woche zweimal. © Anne-Maria Grave
Die Cups in der Abferkelbucht reinigt der Landwirt mit einer rotierenden Bürste, über die ein Plastikbehälter als Spritzschutz gestülpt ist. © Anne-Maria Grave
Zur Beschäftigung der Tiere hängt in jeder Aufzuchtbucht ein Heunetz, wie man es aus der Pferdehaltung kennt. © Anne-Maria Grave
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