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Tönnies

Neue Ebermaske: Landwirte erhalten bis zu 10 Euro je Tier weniger

ISN / af
am
11.02.2016

Tönnies stellt zum 18. Februar seine Ebermaske um. Unter bestimmten Bedingungen kann es zu Verlusten von sechs bis zehn Euro je Tier im Vergleich zur alten Maske kommen.

Neue Ebermaske ab 18. Februar

Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V (ISN) berichtet, habe das Unternehmen Tönnies in einem Schreiben an die Lieferanten angekündigt, die unkastrierten männlichen Mastschweine ab dem 18. 2. 2016 nach einer neuen Ebermaske abzurechnen. Hauptunterschied der neuen Maske sei die schlechtere Bewertung von Tieren mit einem Bauch-MFA von weniger als 57 Prozent sowie eine geringere Bewertung für den Lachs. Schweine mit hohen Bauchfleischanteilen würden nach der neuen Maske dagegen leicht besser bewertet als bislang. Zudem sei die Abstufung beim Schinken geändert worden.

Verluste von 6-10 Euro je Tier möglich

Tönnies begründet die Maskenumstellung laut ISN mit neuen Erkenntnissen zu den Handelswerten von unkastrierten Mastschweinen. Nach Aussagen aus dem Hause Tönnies ziele die Änderung insbesondere auf Eber aus der Vermehrung ab. Abgestraft würden aber auch die meisten übrigen Ebermäster. Einzelne Tiere mit einem zu geringem Bauch-MFA sowie zu leichtem Schinken- und Lachsgewicht können durchaus sechs bis zehn Euro je Tier im Vergleich zur alten Maske verlieren.

Ebermaske von Tönnies verliert an Attraktivität

Die Ebermaske von Tönnies konnte sich im Wettbewerb mit den Westfleisch- und Vionmasken bisher sehen lassen. Durch die jüngsten Änderungen dürfte der Vorteil nicht mehr vorhanden sein. Das deckt sich mit den Aussagen aus dem Unternehmen Tönnies, dass man zwar nicht auf der Bremse aber auf der Kupplung stehe, was den Zuwachs an Eberschlachtungen angehe.

Discounter will kein Fleisch von kastrierten Schweinen

Erst in der vergangenen Woche kündigte nach Aldi Süd auch Aldi Nord an, bereits ab dem kommenden Jahr kein Fleisch von kastrierten Schweinen mehr verkaufen zu wollen. Um dieses Ziel erreichen zu können und eben nicht nur Fleisch von weiblichen Tieren zu verkaufen, müsste der Marktanteil der Eber nach Expertenschätzungen noch in diesem Jahr mindestens verdoppelt werden. Bislang ist ein Wunsch der Abnehmer nach mehr Ebern im Markt definitiv nicht zu erkennen.

 

Ratgeber: 10 Tipps zum Schweineimpfen

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