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Niederlande: Schweinebranche setzt auf mehr Tierwohl

© agrar-press
von , am
28.05.2013

Den Haag - Ab 2015 stellen Supermärkte in den Niederlanden ihr Schweinefleisch-Sortiment um. Dann gelten strengere Anforderungen an Tierschutz, Medikamenteneinsatz und Umweltschutz.

In Niedersachsen sollen bei gut 115.000 Mastschweinen die Ringelschwänze dran bleiben. © agrar-press
Die niederländischen Supermarktketten werden ab dem Jahr 2015 ausschließlich Schweinefleisch aus nachhaltiger Erzeugung anbieten. Voraussetzung ist eine neue Branchenvereinbarung zwischen Schlachtunternehmen und Landwirten.
 
Zu der Vereinbarung bekannt haben sich der Lebensmitteleinzelhandelsverband (CBL), der Verband der Schlachtunternehmen (COV) und der Bauernverband (LTO).

Bessere Lebens- und Haltungsbedingungen für Ferkel und Mastschweine

Wie der CBL mit Blick auf die geplanten Kriterien mitteilte, sollen dann Mastschweinen 25 und Ferkeln 50 Prozent mehr Platz als bisher zur Verfügung stehen. Daneben solle das Kupieren der Schwänze weitgehend vermieden und das Abschleifen der Zähne verboten werden. Ferner dürfe der Transport der Tiere nicht länger als sechs Stunden dauern. Darüber hinaus müssten die Ferkel länger als bisher bei der Sau bleiben, und zwar durchschnittlich 28 Tage. Auch soll auf die Kastration männlicher Tiere bereits ab 2014 verzichtet werden.
Außerdem sei geplant, das Trinkwasser für die Tiere strenger zu kontrollieren, um Erkrankungen noch besser vorzubeugen. Schließlich solle der Antibiotikaeinsatz bis 2015 gegenüber 2009 um 70 Prozent verringert werden und nur noch nach einer entsprechenden Diagnose erfolgen.

Schärfere Vorschriften auch für Futter und Ställe

Wie der CBL bezüglich der vorgesehenen Umweltschutzanforderungen einer nachhaltigen Erzeugung weiter mitteilte, dürfen im Futter nur noch "verantwortlich" angebaute Sojabohnen verwendet werden. Maßgeblich für die Sojabohnenerzeugung seien hier die Vorgaben der internationalen Initiative RTRS (Round Table for Responsible Soy Association). Darüber hinaus seien Regeln definiert worden, die die Ammoniakemissionen sowie den Ausstoß von Treibhausgasen und Feinstaub minimieren und die Nutzung von "grünem" Strom fördern sollten.
 
Bereits im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte der niederländische Geflügelsektor das Projekt "Das Hähnchen von morgen" aus der Taufe gehoben und reagierte damit auf einen Beschluss des CBL, ab dem Jahr 2020 nur noch Fleisch aus nachhaltiger Erzeugung zu verkaufen.  

Kontrollen sollen neue Standars sichern

Es sei geplant, die Einhaltung der neuen Standards über die bereits laufenden stufenübergreifenden Qualitätssicherungssysteme IKB und Globalgap zu kontrollieren.
 
Die niederländische Tierschutzorganisation Dierenbescherming begrüßte das Vorhaben, mit dem in zwei Jahren ein Tierschutzniveau erreicht werde, das den Anforderungen des eigenen Programms "Besser Leben" mit einem von drei möglichen Sternen entspreche. 

'Tierwohl'-Schweinemast kann sich lohnen

 
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