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Tierwohl

Nutztierstrategie: NRW stellt Stall der Zukunft vor

Modell Stall der Zukunft NRW
am Donnerstag, 30.01.2020 - 12:58 (Jetzt kommentieren)

Tiere besser halten, Umwelt und Klima weniger belasten und die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen. Das ist das Ziel der Nutztierstrategie in Nordrhein-Westfalen (NRW).

Zentrales Ziel der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist es, die Zukunft der Nutztierhaltung nachhaltiger zu gestalten, sagte Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann.

Die Nutztierhaltungsstrategie NRW zielt darauf ab, die Anforderungen an die konventionelle Landwirtschaft in Bezug auf Tierwohl, Umweltschutz, Baurecht, Ökonomie, soziale Aspekte und gesellschaftliche Akzeptanz in Einklang zu bringen.

Sie soll die landwirtschaftlichen Betriebe dabei unterstützen, strukturelle Veränderungen frühzeitig und erfolgreich zu gestalten. Das ihr zu Grunde liegende Leitbild ist die zukunftsfähige Landwirtschaft mit einer gesellschaftlich akzeptierten und nachhaltigen Tierhaltung.

Stall der Zukunft als Blaupause für mehr Tierwohl

Darstellung Stall der Zukunft NRW

Um Haltungsbedingungen mit mehr Tierwohl und Umweltschutz genauer zu untersuchen, baut Nordrhein-Westfalen zurzeit gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NRW den "Stall der Zukunft" für die Schweinemast. Der Bau wird vollständig aus Landesmitteln finanziert.

Dieser soll wichtige Erfahrungen liefern, wie Schweine tier- und  umweltgerechter gehalten werden. Angestrebt wird die Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren unter den Bedingungen der vorgesehenen „Stufe 2: besserer Stall mit zusätzlichem Außenklimakontakt“ und „Stufe 3: zusätzlicher Auslauf“ des staatlichen Tierwohlkennzeichens.

Wichtige Eckpfeiler für neue Systeme sind die Verbesserung des Stallklimas, mehr Platz und mehr Beschäftigung sowie getrennte Funktions- und Klimabereiche. Heinrich Bottermann sagt: "Die Zielvorgabe lässt sich so zusammenfassen: Die Tiere werden besser gehalten, Umwelt und Klima weniger belastet und die Akzeptanz der Bevölkerung steigt."

Haltungsformen wie sie im „Stall der Zukunft“ für die Stufe 2 gezeigt werden, sollen mittelfristig in einem wesentlichen Segment des Marktes zur Anwendung kommen. Mit dem „Stall der Zukunft“ in der Stufe 3 sollen höchste Tierwohl- und Umweltstandards erfüllt und auf ihre Praxistauglichkeit erprobt werden.

Bis 2022 sollen Stallneubauten entstehen, die innovative Haltungsverfahren erproben und aufzeigen.

Tiergesundheitsdatenbank als Frühwarnsystem

Ein weiterer Baustein ist die Tiergesundheitsdatenbank: Im Sinne der Tiergesundheit und des Tierwohls sowie zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit wird ein amtliches elektronisches Informationssystem aufgebaut.

Vorhandene Daten zum Beispiel aus amtlichen Kontrollen, Schlachtbefunde sowie Daten zur Arzneimittelanwendung sollen so zusammengeführt werden. Sie dient als Frühwarnsystem zur Verbesserung der Tiergesundheit und soll ermöglichen, jederzeit und aktuell ein umfassendes Bild über die Tiergesundheit der Nutztiere in Nordrhein-Westfalen zu erhalten.

Das unterstützt sowohl die amtliche Überwachung als auch die Tierhalterinnen und Tierhalter. Ab Mitte 2020 soll die Datenbank schrittweise umgesetzt werden.

Details sind in dem Faltblatt „Nutztierstrategie NRW“ ausgeführt.

Mehr Engagement beim Tierwohl muss honoriert werden

Allein für die Umsetzung von höheren Haltungsstandards in der Schweinehaltung in Nordrhein-Westfalen werden Mehrkosten von etwa 350 bis 450 Mio. EUR pro Jahr kalkuliert.

Forderungen an die Landwirtschaft, die Instrumente des Marktes stärker zu nutzen und den Verbraucher in die Pflicht zu nehmen, zeigen keinen gangbaren Weg. Der Lebensmitteleinzelhandel steht laut Landesregierung in der Verantwortung, den anstehenden Transformationsprozess durch Preisgestaltung und Listungsverhalten mitzugestalten.

Mit Material von Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen

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