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Schweinekrankheit

Ödemkrankheit: Impfung schützt Ferkel vor toxischen Colikeimen

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am Montag, 03.05.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Ödemkrankheit der Absetzferkel sorgt nach wie vor in einigen Betrieben für Probleme. Mithilfe der gezielten Impfung gegen toxische Colikeime, die für das Krankheitsgeschehen verantwortlich sind, und einer optimierten Fütterung lässt sich dem aber vorbeugen.

Die Ödemkrankheit oder Colienterotoxämie wird von Escherichia (E.)-coli-Erregern verursacht und tritt normalerweise in den ersten drei Wochen nach dem Absetzen auf. Hiervon betroffen sind meist die frohwüchsigsten Ferkel, die oft ohne Vorwarnung verenden.

Ödemkrankheit: Was sind die Symptome?

Typische Symptome der Ödemkrankheit sind:

  • geschwollene Augenlieder (Lidödeme),
  • Schwellungen am Nasenrücken
  • und auffallend heiseres oder fast tonloses Quieken der Ferkel durch eine verdickte Kehlkopfschleimhaut.

Zentralnervöse Störungen führen zu Schreckhaftigkeit, Ruderbewegungen in Seitenlage, steifem Gang, schief gehaltenem Kopf oder im Kreis laufen.

Tote Tiere zeigen Blauverfärbungen durch Einblutungen und in der Sektion Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) im Unterhautgewebe, im Bereich der Magen- und Dünndarmwände und in den Hirnhäuten. Meist verenden die am besten entwickelten Tiere zuerst. Die Erkrankung tritt rasch und heftig (akut oder perakut) auf und kann im schlimmsten Fall zum Totalverlust von Absetzgruppen führen.

Ödemkrankheit: Toxinbildende Colikeime sind die Ursache

Anders als enterotoxische E. coli (ETEC), die Ursache für die typischen Absetzdurchfälle sind, zerstören bei der Ödemkrankheit die Shigatoxin-bildenden E. coli (STEC) mit ihrem hochgiftigen Shigatoxin 2e (Stx2e) die Endothelzellen kleiner Blutgefäße. Durch diese tritt Flüssigkeit in das umliegende Gewebe aus. Gleichzeitig verhindern Blutgerinnsel, dass die Organe ausreichend versorgt werden und es kommt zu Organversagen.

Die Ferkel infizieren sich bereits im Abferkelstall mit dem Erreger, der sich mit seinen typischen Haftfäden, den F18-Fimbrien, an den Zellen in der Darmwand festsetzt. Absetzstress, Futterumstellung, stark proteinlastige Rationen und schlechte Trinkwasserqualität begünstigen die massenhafte Vermehrung des Erregers und führen letztlich zur Vergiftung der Tiere.

Ödemkrankheit: Prophylaxe ist entscheidend

Ist der Erreger einmal im Betrieb, lässt er sich nur schwer kontrollieren, da künftig die bislang wirksamen Zinkgaben, die über Dosierungen als Futtermittelzusatzstoff hinausgehen, verboten sind. Metapylaktische Antibiotikagaben sind gesellschaftlich und politisch unerwünscht und verbieten sich mit dem Ziel, Antibiotikaresistenzen zu entschärfen. Ein Einsatz von Antibiotika ist nur im akuten Notfall gerechtfertigt.

Neben einer ausgefeilten Absetzstrategie inklusive der optimierten Fütterung der Ferkel ist derzeit nur die aktive Immunisierung der Ferkel eine wirkungsvolle Alternative, den Erreger in den Griff zu bekommen. Der auf dem Markt angebotene Shiga-Impfstoff führt zur Bildung von Antikörpern, die das Bakterientoxin aus dem Darm neutralisieren, bevor es die Zielzellen in den kleinen Blutgefäßen erreicht. Er kann ab dem vierten Lebenstag verabreicht werden. Eine wirksame Immunität tritt nach 21 Tagen ein und wirkt weit in die Mast hinein.

Mit Material von Ulrike Amler, freie Agrarjournalistin

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