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Zucht

Österreich: Ferkelschutzkörbe in der Diskussion

von , am
10.02.2011

Wien - Landwirtschaftliche Interessenvertreter in Österreich versuchen derzeit, politische Alleingänge in Tierschutzfragen zu verhindern. Im Blickpunkt: Ferkelschutzkörbe.

Die Milchmenge reicht häufig nicht aus, um alle Ferkel optimal zu ernähren. © Mühlhausen/landpixel
Ferkelschutzkörbe sind österreichischen Tierschützern ein Dorn im Auge. Die österreichische Volksanwaltschaft hatte Anfang Januar kritisiert, dass das Tierschutzgesetz Ferkelschutzkörbe verbiete, diese jedoch mittels einer speziellen Verordnung erlaubt worden seien.
Ohne Abstimmung mit der Landwirtschaftsbranche kündigte Österreichs Gesundheitsminister Alois Stöger daraufhin in einer Tageszeitung an, einen neuen Verordnungsentwurf in Begutachtung zu schicken. Wie in Branchenkreisen verlautbart, wurde der Minister daraufhin von seiner eigenen Partei zurückgepfiffen, weshalb das Vorhaben vorerst auf Eis gelegt worden ist. Stöger wurde aufgefordert, seine Pläne primär einmal mit der Landwirtschaft auf ihre Praxistauglichkeit und den Tierschutz-Nutzen hin zu überarbeiten.

Landwirtschaftsminister: Gesundheitsministerium muss zurück auf Start

Die österreichischen Tierschutz-Bestimmungen entsprechen voll und ganz den EU-Standards. "Ich habe Minister Stöger klar gesagt, dass mein Haus keiner Regelung zustimmen wird, die ohne Abstimmung mit der betroffenen Branche entstanden ist. Das Gesundheitsministerium muss zurück an den Start, ernsthafte Gespräche mit der Schweinebranche führen um dann gegebenenfalls praxistaugliche Regelungen zu erarbeiten. Unsere Bauern stehen im harten Wettbewerb. Wir dürfen nicht unüberlegt die bäuerliche Schweineproduktion in Österreich gefährden", erklärte Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich gegenüber aiz.info.
"Die Volksanwaltschaft und die angeblichen Tierschützer vergessen in der aktuellen Debatte zu erwähnen, dass die durch den Ferkelschutzkorb vorübergehend erzeugte Bewegungseinschränkung der Zuchtsau kurz vor und nach der Geburt sehr viele Ferkelleben rettet, da die jungen Tiere ansonsten oftmals erdrückt werden." "Wer immer strengere Tierschutzauflagen für Schweinehalter verlangt, gleichzeitig aber Schweinefleisch aus Österreich zu Billigstpreisen haben will, nimmt in Kauf, dass noch mehr kleine und mittlere bäuerliche Betriebe die Schweinehaltung aufgeben müssen", warnte die LK Österreich vor den negativen Folgen.  (AgE)
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