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Ausstieg betäubungslose Ferkelkastration

Offener Brief: Ferkelerzeuger fordern Planungssicherheit

Ferkel in einer Abferkelbucht
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
28.05.2018

Viele Ferkelerzeuger sind aufgrund des Ausstiegs aus der betäubungslosen Kastration verunsichert. Welche der möglichen Alternativen werden von Schlachtunternehmen und dem Lebensmitteleinzelhandel akzeptiert? In einem offenen Brief fordern sie Antworten und Planungssicherheit.

Da der 1. Januar 2019 und damit der Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration immer näher rückt, sind Ferkelerzeuger und Mäster in Deutschland zunehmend besorgt. Ihnen fehlt eine klare Aussage von der abnehmenden Seite, welche der möglichen Alternativen diese künftig akzeptieren werden.

Verschärft wird die Sorge durch die aktuelle Stellungnahme der Bundesregierung. Demnach sähe diese die Ferkelkastration unter Lokalanästhesie zwar grundsätzlich als mögliche Alternative, aber bislang würden die rechtlichen Grundlagen fehlen. 

Offener Brief an Big Five

Dies alles veranlasste jetzt die Sauenhalterin und Tierärztin Nadine Henke dazu, eine offenen Brief an die folgenden Big Five der Schlacht- sowie Handelsketten zu schreiben:

  • Marcus Mosa, EDEKA
  • Lionel Souque, REWE
  • Klaus Gehring, Schwarz Gruppe
  • Marc Heußinger, Aldi
  • Olaf Koch, Metro Gruppe
  • Clemens Tönnies, Tönnies Fleisch
  • Tom Heidmann, Vion
  • Johannes Steinhoff, Westfleisch
  • Kjeld Johannesen, Danish Crown
  • Martin & Stefan Müller (Müller Gruppe)

Darin spricht Nadine Henke das riesengroße Dilemma an, vor dem Ferkelerzeuger stehen. Sie müssen hinsichtlich der Kastration entscheiden, wie es ab dem kommenden Jahr auf dem Betrieb weitergehen soll, würden zur Zeit aber nicht wissen, welcher Weg der richtige sei. Ob sie Ferkel erzeugen, die später vom Markt auch nachgefragt werden.

 

Sorge vor Strukturwandel

Dabei ständen sie in direkter Konkurrenz zu anderen europäischen Ferkelerzeugern, die weiterhin Kastrate (unter welchen Voraussetzungen auch immer) liefern dürften. 

Nadine Henke betont, dass sie und ihre Kollegen weiterhin wettbewerbsfähig bleiben möchten. Dazu fordert sie die Schlachtunternehmen und Lebensmittelketten auf, ihnen zu sagen, welches Verfahren sie bevorzugen. 

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