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Zucht

Orale Eisengabe hat viele Vorteile

von , am
24.11.2011

Münster - Um das angeborene Eisendefizit (Eisenmangelanämie) schnell auszugleichen, benötigen Ferkel und Kälber direkt nach der Geburt eine Eisengabe.

In den Vereinigten Staaten sind seit vergangenem Jahr durch den PED-Virus 7 Millionen Ferkel verendet. © Agravis Raiffeisen AG
In der Praxis wird deshalb oft Eisen am dritten Lebenstag per Injektion verabreicht. Eine orale Verabreichung einer hochwertigen Eisenpaste hat jedoch viele Vorteile gegenüber der Spritze. Der Immunstatus von Ferkeln und Kälbern ist direkt nach der Geburt noch sehr ungenügend ausgebildet, das angeborene Eisendefizit hat aber bereits negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Jungtiere.
 
Die erforderliche Eisenergänzung per Injektion kann gefahrlos in der vollen Dosierung erst am dritten Lebenstag erfolgen. Es werden Stichverletzungen gesetzt, die eine Irritation des Immunsystems verursachen, mit dem Ergebnis erhöhter Anfälligkeit für Virusinfektionen oder lokale Streptokokkeninfektionen, die zu Abszessen an den Injektionsstellen, Gelenkinfektionen und Lahmheiten führen können. Außerdem besteht die Gefahr, über die Injektionsnadel Krankheitserreger zu übertragen. Miravit Eisenpaste plus kann bereits am ersten Lebenstag, nach der ersten Kolostrum- (Biestmilch-) aufnahme verabreicht werden. Verletzungen des Haut- und Muskelgewebes mit den beschriebenen Folgen werden vermieden.

Tiere sind vitaler

Das Präparat wird nach der ersten Kolostrumaufnahme den Ferkeln und Kälbern eingegeben und führt so sehr schnell zu einem Ausgleich des angeborenen Eisendefizits. Eisenpasten, wie beispielsweise  Miravit plus enthalten neben ausreichenden Mengen Eisen auch Milchsäurebakterien, die zu einer  ositiven Frühbesiedlung der Darmschleimhaut führen. Das zugesetzte Vitamine C stärkt das Immunsystem und verbessert die Eisenresorption im Körper der Jungtiere. Vitamin E und Selen verbessern die Stressstabilität der Neugeborenen.
 
Die frühzeitige orale Eisengabe und die Vermeidung der Spritze führen im direkten Vergleich zu vitaleren Ferkeln, ausgeglicheneren Würfen und mehr abgesetzten Ferkeln. Kälber sind ebenfalls vitaler und frohwüchsiger. Durch die zusätzlichen Inhaltsstoffe wie Milchsäurebakterien, Vitamin C, Vitamin E und Selen wird das Immunsystem bereits in den ersten Lebensstunden unterstützt, die Krankheitsanfälligkeit der Jungtiere sinkt und das Wachstum ist stabiler.

Untersuchungen ergaben höhere Zunahmen

In mehreren Untersuchungen wurden bei identischen Blutparametern für Eisen und Hämoglobin höhere Tageszunahmen, eine reduzierte Anzahl an Gelenksentzündungen und eine deutlich niedrigere Todesrate bei den oral versorgten Ferkeln im Vergleich zu den gespritzten Tieren nachgewiesen. In einer Dissertation, 2011 veröffentlicht von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wurde eindeutig die Wichtigkeit der frühen Eisengabe an Kälber herausgestellt.
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