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Ebermast

Petition gegen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration

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Katharina Krenn, agrarheute
am
08.04.2016

Für die Bundesregierung sind Alternativen zur Ferkelkastration ausreichend erforscht. Jetzt sei die Wirtschaft am Zuge. Viele Bauern sehen das anders: Sie haben eine Petition gegen das Verbot ab 2019 gestartet.

In ihrer Antwort auf eine kleine Frage der grünen Bundestagsfraktion erklärte die Regierung, dass bereits ein Großteil der Forschungsprojekte zur schmerzfreien Kastration bzw. Ebermast abgeschlossen seien. Acht der 13 Forschungsprojekte seien bereits erfolgreich durchgeführt. Vier weitere Projekte würden in diesem Jahr abgeschlossen. Damit sei der grundlegende Forschungsbedarf aus der Sicht der Bundesregierung bearbeitet. „Es liegt nun in der Verantwortung der Wirtschaft, den Umstellungsprozess zu vollenden“, heißt es in der Antwort.

Fortschritte bei Minimierung von Ebergeruch

„Aus den vorliegenden Erkenntnissen könne abgeleitet werden“, schreibt die Regierung, „dass im Hinblick auf die Haltung, Fütterung und Zucht von Jungebern wesentliche Fragen hinsichtlich der Minimierung von Geruchsabweichungen geklärt werden konnten. Hinsichtlich der Detektion von geruchsauffälligem Jungeberfleisch ist bisher eine praxistaugliche automatische Erkennung noch nicht möglich.“ Allerdings hätten sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Schlachtunternehmen, die sich mit der Jungeberschlachtung beschäftigen, mit dem System der sogenannten „menschlichen Nase“ arrangiert.

Isofluran-Narkose bleibt Tierarzt-Sache

Keine rechtlichen Möglichkeiten gebe es, die Umwidmung des Narkosemittels Isofluran bundesweit generell zulässig zu machen, erläutert die Regierung unter Hinweis auf das Arzneimittelgesetz. Dies blieben Einzelfallentscheidungen des Tierarztes. Derzeit sei ebenfalls nicht geplant, Tierhaltern mit einem entsprechenden Sachkundenachweis die Betäubung im Rahmen der Ferkelkastration zu ermöglichen. Die Isofluran-Narkose dürfte also weiterhin nur unter Aufsicht von Tierärzten durchgeführt werden.

Petition zur Verlängerung der Übergangsfrist

Gegen das Inkrafttreten des Gesetzes zum Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum 1. Januar 2019 formiert sich in Süddeutschland Widerstand. In einer Petition fordern Branchenvertreter die Verlängerung der Übergangsfrist bis zur Zulassung praxistauglicher und tierfreundlicher Betäubungsmittel für Schweine, berichtet die ISN.

Hier gelangen Sie zu Petition

Das sagen die Schweinehalter

Nach Meinung des Interessensverband der deutschen Schweinehalter (ISN) gibt es bisher keine akzeptierte Alternative zur betäubungslosen Kastration. "Sowohl die Ebermast als auch die Betäubungsverfahren sowie die Impfung haben unbestritten ihre Schattenseiten. Und dennoch verkündeten Aldi und Rewe bereits 2015 vollmundig, dass sie schon ab 2017 kein Fleisch mehr von betäubungslos kastrierten Ferkeln verkaufen werden.", schreibt die ISN. "Um dieses Ziel erreichen zu können und eben nicht nur Fleisch von weiblichen Tieren zu verkaufen, müsste der Marktanteil der Eber nach Expertenschätzungen noch in diesem Jahr mindestens verdoppelt werden. Bislang ist ein Wunsch der Abnehmer nach mehr Eberfleisch in der Ladentheke definitiv nicht zu erkennen."

Ratgeber: 10 Tipps zum Schweineimpfen

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