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Nährstoffbilanz

Phosphor: Luxuskonsum vermeiden

Mastschwein vor Futtertrog liegend.
© dlz agrarmagazin / Martina Hungerkamp
von , am
13.09.2017

Düngeverordnung, TA-Luft und Stoffstrombilanz: Der Druck, den Nährstoffanfall - zum Beispiel von Phosphor - bei Mastschweinen zu senken, wächst weiter. Am besten gelingt dies über die Fütterung.

Nährstoffanfälle wie Stickstoff (N) und Phosphat beziehungsweise Phosphor (P) müssen unter anderem aufgrund der TA-Luft, Stoffstrombilanz und Düngeverordnung reduziert werden. Das betrifft besonders Schweinehalter. Der beste Weg, dies zu erreichen, ist nach wie vor die Reduktion in der Futterration.

Vor allem in der Endmastphase – in der die Tiere besonders viel fressen – liegt auch laut Andrea Meyer, LWK Niedersachsen, noch Einsparpotential. Vielfach erhalten Schweine nach wie vor Luxusrationen mit zu hohen Protein- und Phosphorgehalten.

Futterverwertung verbessern

Zunächst sollten Rationsberechnungen auf Basis von der bis zum Ende des Dünndarms (praecaecal) verdaulichen Aminosäuren und verdaulichem Phosphor sowie der Einsatz von Phytase selbstverständlich sein.

Eine weitere Schraube ist der Futteraufwand: Eine Verbesserung der Futterverwertung um 0,1 reduziert den Stickstoff-Anfall um mehr als 0,6 kg je Mastplatz und Jahr.

Eigenmischer sollten die Inhaltsstoffe ihrer Komponenten genau kennen und dementsprechend mehr Futteranalysen veranlassen, um die Mischungen auf den Punkt zu optimieren. Sicherheitszuschläge sind nicht mehr akzeptabel.

Phosphorreduktion: Wann ist die Grenze erreicht?

Doch wo liegen letzten Endes die Grenzen? Die für die stark N-/P-reduzierte Mast zugrunde gelegten Nährstoffgehalte sind noch nicht das Ende der Fahnenstange. Verschiedene Versuche der Landwirtschaftskammer Niedersachsen haben nachgewiesen, dass gerade in der Endmast noch Reserven liegen.

Zum Beispiel führte in Versuchen ein Endmastfutter mit 12 Prozent Rohprotein und 0,39 Prozent Phosphor nicht zu Leistungseinbußen. Auch in den vorderen Mastabschnitten sind Einsparungen möglich, sofern die Versorgung insbesondere mit Aminosäuren sichergestellt ist.

Inwieweit Leistungseinbußen zugunsten eines geringeren Nährstoffanfalls in Kauf genommen werden, hat jeder Betrieb für sich zu entscheiden.

Gülletag Triesdorf 2017: Gerüstet für die neue Düngeverordnung

Graml Schlitzgerät
Um bestehende Technik an neue Ausbringvorschriften anzupassen, bietet Graml Schlitzgeräte mit eigenem Fahrwerk. Diese übertragen keine Last auf das Fass und folgen diesem mit Hilfe einer Zwangslenkung. Mittels Aufbaustreuer kann Grünland nachgesät oder Zwischenfrüchte ausgebraucht werden. Als nachfolgende Wergzeuge können wie hier eine Planierschiene oder Rollstriegel montiert werden. © Maximilian Ruhl
Gülleverschlauchung
Gülleverschlauchung demonstrierte die Firma Roider. Über den Ausleger im Heck kann der Schlauch gezielt platziert werden. So ist es möglich ohne überfahren der Zuleitung am Vorgewende rückwärts zu stoßen. © Maximilian Ruhl
Multi Profi 21/15
Der Multi Profi 21/15 von Bomech kann die äußeren drei Meter des Verteilers klappen. Vorteile ergeben sich durch die reduzierte Länge beim Transport. Besonders bei kurzen Fässern wird so eine Kollision mit dem Schlepper bei Kurvenfahrten verhindert. Zudem ist eine Arbeitsbreite von 15 und 21 Metern möglich. © Maximilian Ruhl
Veenhuis
Dank hydraulischer Verschiebeachse vergrößert Veenhuis die Aufstandsfläche und reduziert die Belastung in der Fahrspur. Zusätzlich verbessert sich die Standfestigkeit in Hanglangen. © Maximilian Ruhl
Holmer TerraVariant 585
Gegenüber dem Vorgänger sparten die Konstrukteure des neuen Holmer TerraVariant 585 alleine am Rahmen über 400 kg Gewicht ein. Die 585PS starke Maschine erreicht dank Lastschaltgetriebe mit 18 Vor- und 6 Rückwärtsgängen eine Höchstgeschwindigkeit von 40km/h. © Maximilian Ruhl
Schneckenverteiler SKATE
Fliegl bietet mit seinem Schneckenverteiler SKATE einen Schleppschuh von 9, 12 und 15 Metern Breite. Schardrücke von bis zu acht kg sollen ein sicheres Eindringen in den Boden sicherstellen. © Maximilian Ruhl
Joskin NIRS Technik
Direktes Messen der Inhaltsstoffe erfolgt bei Joskin mit Hilfe von NIRS Technik. In der gelben Box auf der Leitung zum Verteiler werden die Nährstoffe N, P, K sowie Ammonium- und TS- Gehalt der Gülle unmittelbar vor dem Ausbringen ermittelt. © Maximilian Ruhl
Vredo Selbstfahrer
Ausgerüstet mit schmaler Bereifung kann eine organische Düngung auch in Reihenkulturen wie Mais erfolgen. Die Nährstoffe werden von den wachsenden Pflanzen unmittelbar verwertet und Mineraldünger kann eingespart werden. © Maximilian Ruhl
BSA Lowliner
In schwarz zeigt BSA seinen Pumptankwagen Lowliner. Optimiert auf einen niedrigen Schwerpunkt, laut Hersteller rund 25cm tiefer als üblich, und ein Zwei-Kammer-System zur Stützlasterhöhung soll das Fass hangstabil machen. © Maximilian Ruhl
Verdo VT4556
Mit 450 PS zieht der Verdo VT4556 Selbstfahrer das acht Meter breite Schlitzgerät ZB3. Ausgestattet mit 1000er Reifen, 1,4bar Luftdruck und Hundegang verteilt er die Last gleichmäßig auf den Boden. © Maximilian Ruhl
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