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Afrikanische Schweinepest

Polen: Wildschweine in Seuchengebieten sollen ausgemerzt werden

Wildschwein im Wald
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
08.01.2019

Um die Afrikanische Schweinepest zu kontrollieren, will Polens Agrarminister die Wildschweinbestände in den Seuchengebieten beseitigen.

Um die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Polen in den Griff zu bekommen, spricht sich der Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski für eine drastische Reduzierung des Wildschweinbestands aus. Am vergangenen Freitag plädierte der Minister in Warschau für eine völlige Beseitigung des Schwarzwildbestands in den bereits von der Seuche betroffenen Regionen sowie in angrenzenden Gebieten. Geschehe dies nicht, werde die Afrikanische Schweinepest ungeachtet der strengen Schutzmaßnahmen in den schweinehaltenden Betrieben immer wieder aufflammen, warnte Ardanowski.

Bedenken von Tierschützern und Jägern lässt er dabei nicht gelten. Der Schwarzwildbestand sei groß genug, um sich nach der Ausmerzung der ASP rasch wieder zu erholen, erklärt der Minister. Er wies darauf hin, dass die Seuche ohne effektive Gegenmaßnahmen in den Westen des Landes überschwappen könnte, wo ein Großteil des polnischen Schweinebestands gehalten werde. Ein Ausbruch in diesen Gegenden würde massive wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen.

Polen verhängt Importverbote

Die Afrikanische Schweinepest sorgt unterdessen für Handelsstreitigkeiten zwischen Polen und Litauen. Nachdem Ardanowski im Dezember zum Schutz der heimischen Schweinehalter den Import von Schweinen und Schweinefleisch aus den Ländern in der „Roten Zone“ vorläufig untersagt hat, will nun Litauen, das von diesem Verbot betroffen ist, seinerseits verschärfte Kontrollen für Schweine und Schweinefleisch aus Polen einführen. Die litauische Regierung hatte bereits vor dem Jahreswechsel in Brüssel offiziell Beschwerde gegen das einseitig von Polen verhängte Importverbot eingelegt.

Mit Material von AgE
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