Login
Schwein

Preisverluste in Deutschland reißen andere Länder mit

von , am
07.01.2011

Berlin - Das neue Jahr beginnt am europäischen Schlachtschweinemarkt mit einem negativen Preistrend. In Deutschland herrscht seit Silvester Katerstimmung: Mit einem Minus von 13 fielen die Preise in den Keller.

© Mühlhausen/landpixel

Nachdem bereits nach Weihnachten immer klarer wurde, dass die meisten Abnehmer die amtliche Notierung nicht ernst nehmen - sie wurde um sechs Cent unterboten - korrigierte sie die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften in Deutschland für diese Woche sogar um 13 Cent nach unten. Die Begründung dafür fiel relativ kurz aus: steigendes Angebot - sinkende Nachfrage.

Fakt ist, dass den großen, mächtigen Schlachtunternehmen das Preisniveau für Anfang Januar - also für die Zeit, in der größere Mengen ins Gefrierlager wandern - einfach zu hoch war.

Österreich: Minus von zehn Cent

In den übrigen EU-Ländern fallen die Erlösrückgänge diese Woche etwas geringer aus (Österreich, Niederlande) beziehungsweise überwiegen noch stabile Verhältnisse, wie etwa in Spanien. Österreich muss Notierung um zehn Cent zurücknehmen In Österreich waren Angebot und Nachfrage zwischen den Feiertagen ausgewogen. Erst als die Entwicklung in Deutschland mehr und mehr bekannt wurde, gab es vereinzelt Stornierungen.

Das Angebot in der ersten Schlachtwoche im neuen Jahr liegt laut Schweinebörse bei rund 80 Prozent und entspricht an und für sich der Schlachtkapazität einer Vier-Tage-Woche. Aufgrund der deutschen Entwicklung musste jedoch den vehementen Forderungen der heimischen Abnehmer zumindest teilweise Rechnung getragen werden: Um nicht bereits im Vorfeld der schwierigen Vermarktungswochen im Januar einen Rückstau aufzubauen und einen halbwegs reibungslosen Abfluss der Ware gewährleisten zu können, wurde eine Erlösrücknahme um zehn Cent fixiert.

Kein weiterer Preisverfall erwartet

Nach dem überdurchschnittlichen Konsum von Fleischprodukten in den Feiertagswochen ist vorerst einmal von Flaute und Katerstimmung am Fleischmarkt die Rede. Trotz deutlicher Bremsspur zum Jahreswechsel überwiegen die Anzeichen, dass die Reise im neuen Jahr im Schnitt auf höhere Niveaus führen dürfte als 2009 und 2010", fasst Johann Schlederer von der Schweinebörse die Preiserwartungen für die heimischen Mäster zusammen. In Deutschland rechnet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) zwar kurzfristig mit keiner grundlegenden Besserung. Weil aber die aufgelaufenen Überhänge im Laufe der Woche weitestgehend abgebaut werden dürften, geht die ISN auch nicht von einem weiteren Preisverfall aus. (aiz)

  • Märkte und Preise
    Aktuelle Preisfeststellungen der Bundesländer, Notierungen der Terminbörse Eurex sowie Preistendenzxen für Schweine und Ferkel finden Sie in unserer Rubrik Märkte und Preise. mehr... 
Auch interessant