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Mit dem Hoftierarzt unterwegs

PRRS-Virus: Konsequentes Impfen verhindert Krankheitsausbruch

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am Donnerstag, 11.11.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In einem PRRS-unverdächtigen Zuchtbetrieb wurde bei einer Routinekontrolle plötzlich das Virus nachgewiesen. Die schnelle Impfung und eine konsequente Biosicherheit verhinderten einen Krankheitsausbruch und konnten den Erreger wieder aus dem Bestand drängen.

Für den Sauenhalter war es erst mal ein Schock. Bei einer Routinekontrolle im Rahmen des regelmäßigen Gesundheitsmonitorings seines Zuchtbestands wurde bei den Jungsauen das PRRS-Virus nachgewiesen. Dabei galt der geschlossene SPF-Zuchtbetrieb mit rund 250 Sauen bis dato als PRRS-unverdächtig.

PRRS steht für porcines reproductive and respiratory syndrome. Die Erkrankung ist seit rund 25 Jahren in nahezu allen schweinehaltenden Ländern (außer zum Beispiel der Schweiz) verbreitet und äußert sich bei den Schweinen in Fruchtbarkeits- und Atemwegsproblemen.

PRRS-Viruseintrag trotz strenger Hygienemaßnahmen

Der Betrieb liegt in einer Region mit geringer Schweinedichte. Seit etwa 20 Jahren wurden keine Tiere mehr zugekauft. Lediglich das Sperma wird von einer als PRRS-frei zertifizierten Besamungsstation bezogen. Um den hohen Gesundheitsstatus zu sichern, ist Hygiene oberstes Gebot. Alle den Betrieb betretenden Personen duschen vor dem Eintritt in den Stall. Für betriebsfremde Personen gelten 48 Stunden „Schweinefreiheit“. Die für die Biosicherheit kritischen Punkte im Betrieb wie Rampen oder Kadaverlager werden regelmäßig kontrolliert.

Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen hat das PRRS-Virus  den Weg in den Betrieb gefunden. Bei einer der regelmäßig durchgeführten Gesundheitskontrollen des Sauenbestands – quartalsweise werden Blutproben unter anderem auf PRRS untersucht – wurden plötzlich Antikörper gegen das PRRS-Virus beziehungsweise das Virus selbst festgestellt.

Sofortige PRRS-Impfung der Sauen, Ferkel und Mastschweine

Als erste Maßnahme nach dem positiven PRRS-Befund wurde die Jungsauenvermarktung des Betriebs umgehend gestoppt. Gleichzeitig wurden alle Schweine des Bestands gegen PRRS geimpft, um die möglichen katastrophalen Folgen eines Viruseintrags in die naive Herde – dazu zählen zum Beispiel die gefürchteten Spätaborte bei den Sauen – zu verhindern.

Beginnend mit den Sauen und den Ferkeln an der Sau wurde die Impfung nachfolgend auf die Aufzucht und Mast ausgeweitet. Im weiteren Verlauf wurden die Sauen (etwa sechs Tage nach dem Abferkeln und um den 60. Trächtigkeitstag) sowie die Ferkel (um den 21. und etwa 56. Lebenstag) kontinuierlich gegen PRRS geimpft.

Eingesetzt wurde ein PRRS-Lebendimpfstoff, der die zirkulierenden Feldviren sehr gut abdeckt und eine nur kurze Ausscheidungsdauer des Impfvirus aufweist. Dies bietet Vorteile für die PRRS-Sanierung des Bestands.

Betrieb erfolgreich PRRS-saniert

Neben der Impfstrategie wurde die interne Biosicherheit verschärft, um das weitere Verschleppen des PRRS-Virus zu unterbinden. Besonderer Wert wurde auf einen klar definierten strengen Tierfluss und damit auf ein konsequentes Rein-Raus-Prinzip gelegt – inklusive einer peniblen Reinigung und Desinfektion. Im Betrieb konnte aufgrund der strikten Maßnahmen – entgegen der gängigen PRRS-Sanierungskonzepte – auf eine Räumung von Teilbereichen verzichtet werden und die Sanierung im fortgeführten Bestand erfolgen.

Der gesamte Sanierungsprozess wurde diagnostisch in den verschiedenen Altersgruppen begleitet. Nachdem über einen Zeitraum von drei Quartalen hinweg kein PRRS-Feldvirus mehr nachgewiesen wurde, erfolgte der Ausstieg aus der Impfung. Klinische PRRS- Symptome wurden zu keinem Zeitpunkt der Impfphase beobachtet. Damit ist es dem Betrieb gelungen, das PRRS-Virus auch ohne Teilräumung aus dem Bestand zu verdrängen.

Mehr zu diesem Praxisfall und zum PRRS-Virus lesen Sie im Beitrag „PRRS: Viruseintrag rechtzeitig erkannt in agrarheute Schweine November 2021, ab Seite 38.

 

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