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QS-Antibiotikamonitoring: Sperre für 889 QS-Schweinemäster

© Mühlhausen/landpixel
von , am
12.07.2014

Bonn - Über 33.700 Schweine haltende Betriebe nehmen bereits am QS-Antibiotika-Monitoring teil. 889 Mäster haben ihre Daten nicht gemeldet und sind zunächst für die Vermarktung ins QS-System gesperrt.

Landwirte sind laut Arzneimittelgesetz dazu verpflichtet, ihre betriebsindividuellen Zahlen zu melden. © Mühlhausen/landpixel
Das QS-Antibiotikamonitoring ist offensichtlich gut angelaufen. Wie der Systemträger, die QS Qualität und Sicherheit GmbH, meldet, nehmen bereits über 33.700 Schweine und 2.700 Geflügel haltenden Betriebe in vollem Umfang am QS-Antibiotikamonitoring teil. Sie haben laut QS-Bericht die Zahl ihrer gehaltenen Tiere angegeben und ihren Tierarzt gemeldet, sodass Antibiotikaverschreibungen in der Datenbank gesammelt und den Betrieben zugeordnet werden können.
 
Seit 1. Juli 2014 sind die Betriebe, die ihre Stammdaten nicht gemeldet haben, für die Vermarktung ins QS-System gesperrt. Von der Sperre betroffen seien 889 Schweinemäster und 43 Geflügelmäster. Sie dürfen ihre Tiere erst wieder als QS-Tiere vermarkten, wenn die fehlenden Angaben in der Datenbank hinterlegt sind.

Tierärzte und Landwirte arbeiten zusammen

Wie QS weiter berichtet, haben sich bisher mehr als 2.050 Tierärzte in der QS-Antibiotikadatenbank angemeldet und mittlerweile über 403.000 Abgabebelege für Antibiotika an Schweine- und Geflügelmastbetriebe im QS-System in die Antibiotikadatenbank eingegeben. Vierteljährlich werden diese Daten ausgewertet und die Ergebnisse Tierhaltern und Tierärzten zur Verfügung gestellt. So könne der Landwirt prüfen, wie es mit dem Einsatz Antibiotika in seinem Betrieb bestellt ist und unmittelbar regieren und prüfen, ob der Antibiotikaeinsatz reduziert werden kann.

Doppelte Dateneingabe: HI-Schnittstelle noch in Arbeit

Um eine Doppelbelastung für Tierhalter und Tierärzte zu vermeiden, würden die Daten aus der QS-Antibiotikadatenbank an die staatliche Datenbank HI-Tier übertragen, teilt QS mit. Allerdings gebe es noch einige offene Punkte. Der eine ist der Datenschutz, der andere die notwendige Schnittstelle, die durch HI-Tier fertig programmiert werden muss. Die Klärung der Punkte geschehe in den nächsten Wochen mit den Verantwortlichen von HI-Tier, dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie den Vertretern der Landwirtschaft.

Keine Bestandsuntergrenzen im QS-System

Die QS weist darauf hin, die die QS-Anforderungen über die Vorgaben des Arzneimittelgesetzes hinaus gingen. Dieses sieht vor, dass kleine Betriebe (weniger als 20 Rinder, 250 Schweine, 1.000 Puten, 10.000 Hähnchen) keine Meldungen zur Anwendung von Antibiotika machen müssen. Im QS-System seien alle Betriebe, unabhängig von ihrer Größe, zur Teilnahme am Antibiotikamonitoring verpflichtet.
 
Die QS-Fachbeiräte hatten im Frühjahr 2014 beschlossen, konsequent auf die Umsetzung des Antibiotikamonitorings zu drängen, damit zeitnah Informationen zum Einsatz von Antibiotika in den Mastbetrieben vorliegen und geprüft werden kann, wo Antibiotika reduziert werden können. Für Sauenhalter und Ferkelaufzuchtbetriebe werden die Antibiotikaabgaben seit Anfang dieses Jahres in der Antibiotikadatenbank erfasst. Die Daten und der Therapieindex für diese Betriebe soll erstmals im Herbst ausgewertet werden. Das neue Arzneimittelgesetz sieht die Erfassung aller Antibiotikaabgaben an Mastbetriebe ab 1. Juli 2014 vor.  

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