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Aus der Wirtschaft

Rabobank rechnet mit sinkenden Schweinepreisen

von , am
04.02.2013

Utrecht - Zum nächsten Quartalswechsel prognostiziert die Rabobank niedrigere Schweinepreise. Als Ursache führt sie an, dass der Angebotszuwachs die Nachfrage übertreffen werde.

Zuschtschwein im Stall
Zugenommen hat der Zuchtsauenbestand in der EU, und zwar um 133.000 Tiere oder 1,3 Prozent auf 10,75 Millionen Stück. © Mühlhausen/landpixel
Die Weltmarktpreise für Schweine beziehungsweise Schweinefleisch werden ausgehend von einem zurzeit noch sehr hohen Niveau zum Ende des laufenden Quartals bis in das zweite Quartal 2013 hinein leichter tendieren. Davon geht die Rabobank in einer aktuellen Studie aus.
 
An den Terminmärkten sind die Notierungen derzeit noch relativ hoch. Als wichtigen Grund nennen Analysten die lebhafte chinesische Nachfrage vor dem dortigen Neujahresfest im Februar.

China, Russland und Brasilien produzieren immer mehr

Ausgehend von der Entwicklung im "Reich der Mitte", aber auch in Russland und Brasilien, rechnet die Rabobank im Zuge der dortigen Produktionsausdehnung mit baldigem Preisdruck. In diesen Ländern werden den Analysten zufolge zügig riesige Schweinebetriebe errichtet.
 
Darüber hinaus fand der wegen der hohen Futterkosten für die USA zuletzt prognostizierte Bestandsabbau nicht statt - im Gegenteil: Die dortigen Landwirte hatten sich laut Rabobank mit Futures am Warenterminmarkt gegen hohe Futterpreise abgesichert und dürften ihre Produktion im laufenden Kalenderjahr sogar ausdehnen. Dieses Angebotswachstum wird dem Finanzinstitut zufolge unter dem Strich die voraussichtliche Nachfragesteigerung übertreffen. 

Weniger Nachfrage und Überkapazitäten

Die Wahrscheinlichkeit für steigende Schweinepreise halten die Fachleute deshalb für gering; sie gehen aber davon aus, dass das Niveau der Notierungen angesichts immer noch knapper Futterbestände hoch bleiben wird. Akteure in gesättigten Schweinefleischmärkten müssen den Utrechter Experten zufolge aber mit einer zurückhaltenden Nachfrage und Überkapazitäten in der Produktion rechnen. Als wichtigsten Erfolgsfaktor für die Betriebe in diesen Regionen nennt die Rabobank daher die "Angebotsdisziplin". 
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