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Aus der Wirtschaft

Raiffeisenverband rechnet nicht mit steigenden Schweinepreisen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
12.08.2013

Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, rechnet in den nächsten Wochen nicht mit nennswerten Preissteigerungen für Schweine. Hitze und Ferienzeit setzen den Markt unter Druck, das Exportgeschäft ist gespalten.

Die gemischtgeschlechtliche Mast hat nach Ansicht der Forscher im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch mehr Vor- als Nachteile. © Mühlhausen/landpixel
"Für die deutsche Fleischwirtschaft wird 2013 ein schwieriges Jahr. Das bestätigen die Halbjahresergebnisse. Die positiven Entwicklungen der letzten Jahre können vermutlich nicht fortgesetzt werden", prognostiziert Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes.
 
Der Schweinemarkt sei wegen der bereits seit Jahresanfang verhaltenenen inländischen Nachfrage, der anhaltenden Hitze und der Ferienzeit unter Druck.Trotz des knappen Angebots an Schlachtschweinen und niedrigerer Schlachtgewichte rechnet er auch in den nächsten Wochen nicht mit nennenswerten Preissteigerungen.

Tierbestände kontinuierlich abgebaut

In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland entgegen dem europäischen Trend (- 0,7 Prozent) unerwartet viele Schweine (+ 2,5 Prozent) geschlachtet. Nachdem im gesamten ersten Halbjahr 1,2 Prozent mehr Schweine geschlachtet wurden, scheint dieser Trend aber gestoppt zu sein.
 
"Die Auswirkungen der Umstellung auf Gruppenhaltung bei Sauen werden vor allem im 2. Halbjahr zum Tragen kommen. Der kontinuierliche Abbau von Tierbeständen wird nicht vollständig durch Produktivitätssteigerungen ausgeglichen werden", erwartet Nüssel.

Mehr Export nach China

Außerdem berichtet Nüssel von einer geteilten Lage auf den Exportmärkten. Der Drittlandexport nach China in Verbindung mit Hongkong habe um 6,8 Prozent zugenommen. Eine vollständige Öffnung des Marktes beispielsweise für Schweinepfoten könnte diesen positiven Trend stützen.

Russische Nachfrage kann nur teils bedient werden

Der guten Nachfrage seitens russischer Importeure können die deutschen Schlachtunternehmen aber nur zum Teil nachkommen. Liefersperren für Frischfleisch aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern sowie weitere betriebliche Sperrungen führten zu einem deutlichen Rückgang der Exportmengen in die Russische Föderation.
 
"In den ersten fünf Monaten sind die Ausfuhren von frischem, gekühltem und gefrorenem Schweinefleisch um 20 Prozent eingebrochen. Den deutschen Unternehmern bleibt weiterhin ein interessanter Absatzmarkt mit guten Margen von 50 bis 60 Cent/kg über dem deutschen Preisniveau versperrt", bedauert Nüssel.   
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