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Raps-Extraktionsschrot: 10 % für säugende Sauen, 20 % in der Endmast

von , am
04.07.2014

Berlin - Rapsextrationsschrot kann laut einer Studie sowohl bei Sauen als auch bei Mastebern anstelle von Sojaextraktionsschrot eingesetzt werden - ohne negative Folgen für deren Lebensmasseentwicklung oder Gesundheit.

© Mühlhausen/landpixel
Für landwirtschaftliche Nutztiere werden Rapsprodukte im Futtermittel immer beliebter. Zuerst waren es die Rinderhalter, jetzt setzen auch immer mehr Schweinehalter auf diese Futtermittel in der Tierernährung, berichtet die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Sachsen-Anhalt (LLFG).
 
In zwei Langzeitversuchen zum Einsatz von Rapsextrationsschrot (RES), an dem die LLFG beteiligt war, zeigte sich, dass ein Rationsanteil von zehn Prozent (%) bei säugenden Sauen und bis zu 20 % bei Tieren in der Endmast keine signifikanten negativen Effekte auf die Lebensmasseentwicklung, Fruchtbarkeit oder Gesundheit der Tiere hat.

RES als alleiniges Eiweißfuttermittel für tragende Sauen

Die Langzeitversuche haben Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt im Auftrag der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) durchgeführt. Nach Angaben von Agra Europe stellte Dr. Wolfgang Preissinger vom LfL die Ergebnisse vergangene Woche in Berlin vor.
 
Wie Preissinger berichtete, habe sich gezeigt, dass RES im Futter tragender Sauen bei Ergänzung mit entsprechend ausgestattetem Mineralfutter als alleiniges Eiweißfutter eingesetzt werden könne. Bei säugenden Sauen sind nach seinen Angaben Anteile von zehn Prozent RES im Futter ohne größere Leistungseinbußen möglich, wobei er allerdings für Hochleistungsherden und bei hohem Jungsauenanteil aus Sicherheitsgründen Anteile von fünf bis acht Prozent empfiehlt.

Preisfrage, ob Soja oder Raps

Der Fachmann wies zudem darauf hin, dass RES aufgrund seines hohen Eigenanteils an Rohfasern in gewissem Umfang auch teurere Rohfaserträger wie Sojabohnenschalen oder Apfeltrester ersetzen könne. Preissinger schränkte allerdings ein, dass beim RES-Einsatz grundsätzlich auf die Preiswürdigkeit geachtet werden müsse.
 
Die Verwendung von RES im Sauenfutter anstelle von SES ist dabei nach seiner Berechnung so lange kostenneutral, wie der Preis für Rapsschrot die Schwelle von 65 % des Sojaschrotpreises nicht überschreitet.

Bewährtes Eiweißfuttermittel in der Mast

Laut Dr. Manfred Weber vom LLFG ist RES bei weiblichen und kastrierten männlichen Masttieren bereits ein bewährtes Eiweißfuttermittel. Untersuchungen und Praxiserfahrungen hätten gezeigt, dass in der Endmast ohne weiteres bis zu 20 % RES eingesetzt werden könnten. Da jedoch absehbar sei, dass kastrierte männliche Schweine, sogenannte Börge, in Zukunft aus politischen Gründen nicht mehr in der Mast zum Einsatz kämen, sei es notwendig geworden, die entsprechenden Fütterungsversuche auch mit Ebern zu wiederholen.
 
Weber zufolge ergab die Untersuchung mit RES-Rationsanteilen zwischen 0 und 20 % im Vergleich zu entsprechenden SES-Anteilen bei den Zunahmeleistungen keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Eiweißträgern. Auch im Hinblick auf Fleischqualität und Ebergeruch seien keine wesentlichen Abweichungen zur Kontrollgruppe festgestellt worden, berichtete der LLFG-Wissenschaftler. Die Ergebnisse zeigten, dass bei RES-Anteilen von bis zu 20 % in der Ration keine negativen Auswirkungen auf die Leistungen von Ebern zu erwarten seien.

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