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Ratgeber: Futtermittelproben richtig ziehen

von , am
12.10.2015

Die Redakteure des dlz-agrarmagazins primus Schwein geben Ihnen 9 praktische Tipps, wie Sie Futtermittelproben korrekt ziehen können. Nur so sichern Sie für Ihre Tiere hochqualitatives Futter.

Die erste Analyse des Futters sollte sensorisch erfolgen. © landpixel
Um die Qualität ihres Schweine-Futters zu sichern, sollten Sie ihre Futtermittel analysieren lassen. Sie können das Grundfutter nur optimal ergänzen, wenn Sie die genauen Werte kennen.
 
Die Redakteure des dlz-agrarmagazins primus Schwein geben Ihnen neun praktische Tipps, wie Sie bei der Probenentnahme vorgehen sollten.
 

Tipp 1: Farbe und Geruch sensorisch prüfen

Die erste Analyse des Futters sollte sensorisch erfolgen. Nehmen Sie dazu eine Handvoll Getreide oder Fertigfutter in die Hand. Prüfen Sie Farbe und Geruch der Probe. So lässt sich beispielsweise starker Pilzbefall feststellen.
 

Tipp 2: Nehmen Sie Proben

Die Untersuchungen im Labor sind sehr viel genauer. Außerdem sind Untersuchungen zum Hygienestatus unerlässlich: Dazu gehören Schimmelpilzbefall, Salmonellen oder Rückstände. Ein neuer Schnelltest für Mykotoxine verspricht eine einfache Analyse vor Ort, indem Staubproben abgesaugt und gesammelt werden. Diese werden im Anschluss direkt untersucht.

Tipp 3: Ziehen Sie mehrere Proben

Eine Einzelprobe ist nur bei gerührtem Flüssigfutter sinnvoll. Im Normalfall gilt: Es werden mehrere Einzelproben genommen, die dann zu einer Gesamtprobe vereint werden.
Daraus sendet man anschließend eine repräsentative Probe ans Labor. Die Menge der genommenen Proben hängt von der Homogenität des Futtermittels ab.

Tipp 4: Proben an verschiedenen Stellen nehmen

Weil Schimmelpilze und deren Mykotoxine nesterweise auftreten, sollen Sie die Proben an verschiedenen Stellen nehmen. Nutzen Sie einen sauberen Spaten oder einen geeigneten Rohrbohrer. Entnehmen Sie pro Futterschicht mindestens fünf Einzelproben, die zu einer Gesamtprobe vereint werden.

Tipp 5: Misch- und Fertigfutter nicht vergessen

Bei Mischfutter entspricht die Gesamtprobe in der Regel der repräsentativen Probe (mehrere Einzelproben). Dokumentieren Sie jede Entnahme in einem Probenahmeprotokoll. Ideal ist die Entnahme beim Abladen oder Umlagern. Alternativ können Sie die Proben mit einer geeigneten Sonde an drei Stellen entnehmen. Diese sollten gleichmäßig verteilt sein.  Gehen Sie mit der Sonde auch in die Tiefe durch die gesamte Lagerhöhe. Bei Verdacht auf erhöhte Mykotoxingehalte sollten Sie zusätzlich eine Probe des veränderten Futtermaterials separat untersuchen lassen.

Tipp 6: Beschriften Sie die Proben korrekt

Jede Probe muss eindeutig und gut lesbar beschriftet sein. Bei Handelsfutter gehören die Bezeichnung des Futtermittels, der Name und die Anschrift des Herstellers sowie die Zusammensetzung laut Herstellerangaben zur Probe. Füllen Sie unbedingt das Auftragsformular korrekt aus. Hier sollten Sie detailliert angeben, was analysiert werden soll, Ihre Adresse und Telefonnummer sowie das Versanddatum notieren.

Tipp 7: Proben am Anfang der Woche versenden

Versenden Sie die Proben am Anfang der Woche, damit diese nicht über das Wochenende ungekühlt in einer Poststation liegen. Die Verpackung muss die Probe sicher vor Luft, Licht, Wärme und Feuchtigkeit schützen. Nutzen Sie deshalb nur saubere, dichte Plastikbehälter oder -tüten. Pressen Sie nach Möglichkeit auch die Luft vollständig aus den Probesäcken und -tüten. 

Tipp 8: Denken Sie an Rückstellproben

Zu Ihrer Sicherheit und zur Dokumentation sollten Sie möglichst immer zwei getrennt verpackte Proben entnehmen: Eine wird in das Labor gesandt. Die Zweite sollten Sie wegen möglicher Problemfälle aufgrund der Rückverfolgbarkeit rund sechs Monate aufbewahren.  Der Aufbewahrungsraum sollte vor Licht, Feuchtigkeit und Wärme geschützt sein.

Tipp 9: Kosten lohnen sich unterm Strich

Das Monitoring ist mit Zeit und Kosten verbunden - insbesondere wenn Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Sie sparen allerdings auch bares Geld, wenn sie die genaue Zusammensetzung ihres Futters kennen. Dann können Sie das Grundfutter optimal und kostengünstig ergänzen.

So ziehen Sie Futtermittelproben richtig

Mit einwandfreiem Futter können Schweine ihr Leistungspotenzial voll ausschöpfen. © landpixel
Bei der sensorischen Prüfung können Sie einen starken Pilzbefall feststellen. © landpixel
Die Untersuchungen im Labor sind viel genauer. Der Landwirt sollte die Futterwerte seiner Rationen kennen. © landpixel
Bei der Entnahme der Futtermittelproben sind nur saubere Geräte und Verpackungsmaterialien zu verwenden. © landpixel
Jede Probe muss eindeutig und gut lesbar beschriftet sein. © landpixel
Zu Sicherheit und Dokumentation sollten Landwirte immer zwei getrennt verpackte Proben entnehmen: Die eine ist für Labor und die zweite für Landwirt. © landpixel
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