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Rewe will Tierwohlprämien bezahlen

© petunyia/fotolia
von , am
14.05.2013

Der Einzelhandelskonzern Rewe will finanzielle Anreize für mehr Tierwohl schaffen, beispielsweise mit einer 'Ringelschwanzprämie'. Langfristig plant die Handelskette höhere Fleischpreise durchzusetzen.

Selbst hohe Erlöse konnten die Erzeugungskosten in der ökologischen Schweinehaltung im letzten Wirtschaftjahr nur knapp decken. © Barbara Schneider/aboutpixel
Rewe will kein weiteres Label, heißt es von Konzernseite. In Sachen Tierschutz in der Nutztierhaltung plant der Konzern einen handelsübergreifenden sektoralen Ansatz, erklärte das Einzelhandelsunternehmen Rewe vergangene Woche im Rahmen des Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF). Deutsche Handelsketten, Interessenvertreter der Landwirte, Vertreter deutscher Schlachthöfe, Wissenschaftler und Nichtregierungsorganisationen hätten an der Entwicklung eines Bonitierungssystems mitgewirkt, das voraussichtlich Ende dieses Jahres anlaufen solle, so die REWE-Manager.
 
Die Landwirte sollten dabei durch finanzielle Anreize in die Lage versetzt werden, in ihren Ställen Tierwohl noch stärker zu berücksichtigen, ohne dass die Wettbewerbsfähigkeit negativ beeinflusst werde. Als vereinfachtes Beispiel nannte er die Ringelschwanzprämie: Eine verlängerte Absetzzeit bei Ferkeln könne ein Verzicht des Schwänzekupierens möglich machen.
 

Rewe plant Schweinefleischpreise erhöhen

Die Mittel für die Umsetzung der nötigen Maßnahmen stelle der Handel zur Verfügung. Mit einem "Mehr" an Tierwohl solle eine sukzessive und langfristige Preiserhöhung für Schweinefleisch an der Theke durchgesetzt werden, erläuterten die Nachhaltigkeitsmanager der Rewe-Gruppe, Dr. Daniela Büchel und Dr. Ludger Breloh, die betreffende Strategie des Konzerns.
 
Der frühere niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels unterstrich erneut die grundsätzliche Bereitschaft des Vereins, Strategien für mehr Tierwohl und den niedersächsischen Tierschutzplan konstruktiv zu begleiten. Einzelne Mitgliedsunternehmer hätten die Wichtigkeit dieser Thematik bereits erkannt und Produkte mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes (DTB) auf den Markt gebracht. Erstrebenswert wäre laut Bartels ein bundeseinheitliches mehrstufiges Siegel, dessen Mehrwert für den Verbraucher nachvollziehbar sei.

'Tierwohl'-Schweinemast kann sich lohnen

 
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