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Tierwohl

Ringelschwanzprämie: Eine erste Bilanz

Ringelschwanz vom Schwein
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Renate Bergmann, LAND & Forst
am
19.12.2016

Nach einem Jahr Ringelschwanzprämie zieht Agrarminister Christian Meyer in Niedersachsen Bilanz. Renate Bergmann von der Land&Forst war dabei.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hat nach einem Jahr Ringelschwanzprämie auf seiner Pressekonferenz eine positive Bilanz gezogen. Kontrollen hätten ergeben, dass rund 93 Prozent der Ringelschwänze intakt waren.

94,5 Prozent erfüllen die Kritierien der Ringelschwanzprämie

Die vor einem Jahr eingeführte Ringelschwanzprämie ist laut Landwirtschaftsminister Meyer (Grüne) ein Erfolg. Bei 91 Vor-Ort-Kontrollen hätten lediglich fünf Betriebe die Mindestquote von 70 Prozent intakter Ringelschwänze nicht erreicht und bekämen daher keine Zahlungen. 94,5 Prozent hätten erfolgreich an der Ringelschwanzprämie teilgenommen und würden für den erbrachten Mehraufwand die Prämie in Höhe von 16,50 Euro/Mastschwein erhalten.

Ringelschwanzprämie künftig auch für Ferkelaufzucht geplant

Dieses Programm ist bisher auf die Mast ausgerichtet. Für den sensiblen Bereich der Ferkelaufzucht ist eine Erweiterung der Prämie für 2017 vorgesehen. Die Ferkelprämie sieht vor, bei Erreichen einer geforderten Erfolgsquote 5 Euro/Ferkel zu zahlen. Mit der Sauenprämie sollen verbesserte Haltungsbedingungen mit maximal 150 Euro/Sau gefördert werden. Dies muss noch von der EU-Kommission bewilligt werden.

Anträge auf Ringelschwanzprämie steigen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Haltung sogenannter „Langschwänze“ ist nach Thomas Blaha, TiHo Hannover, eine intensive Tierbeobachtung, die vor allem ein frühzeitiges Erkennen ermöglicht„Die Erfolgsquote belegt, dass es auch konventionellen Betrieben gelingt, durch mehr Tierwohl Schwanzbeißen zu vermeiden“, sagte Meyer. Er musste allerdings auch einräumen, dass Schwanzbeißen ein multifaktorielles Problem ist und darum nicht sicher zu 100 Prozent zu vermeiden sein wird.

Für das zweite Förderjahr seien 156 Anträge gestellt worden, ein Plus von 38 Prozent, davon 69 erstmalig. An Fördermitteln stehen dafür laut Meyer ausreichend Mittel zur Verfügung. Kein Antrag würde aus finanziellen Gründen abgelehnt werden, versprach Meyer.
 

Mehr dazu in der LAND&Forst Ausgabe 51
 

Reinigung der Abluft im Schweinestall: Das sollten Sie beachten

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