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Schweinefütterung

Roggen gegen Ebergeruch und für mehr Tierwohl

Junglandwirt Cord Penshorn
am Freitag, 12.10.2018 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Roggen ist in der Schweinefütterung in Vergessenheit geraten - nicht aber in der Heide. Hier verfüttert Cord Hinrich Penshorn dieses Getreide seit Jahren und ist von dessen positiven Effekten überzeugt - zu Recht. Das bestätigt ihm eine große Feldstudie.

Roggen

Seit gut zweieinhalb Jahren mästet Cord Hinrich Penshorn aus Bergen im Landkreis Celle Eber. Und das funktioniere gut, sagt der 28-jährige Landwirt. Er habe keine Probleme mit Stinkern am Schlachthof. Auch seien seine Tiere ruhig und entspannt.

Das Geheimnis dafür liegt in der Fütterung. Schon seit Jahren verfüttert der Junglandwirt Roggen an seine Schweine, obwohl das in den herkömmlichen Mastrationen nicht üblich ist. Doch das kommt nicht von ungefähr. Der Roggenanbau hat in der Heide Tradition. Das Getreide kommt besser mit den trockenen Böden zurecht als Gerste oder Weizen. Und auch in der Schweinefütterung hat Cord Hinrich Penshorn damit gute Erfahrungen gemacht.

Bis zu 40 Prozent Roggen in der Endmastration

In den Mastrationen des Betriebs Penshorn macht nicht - wie sonst üblich - Weizen den größten Teil der Ration aus, sondern Roggen. Die guten Erfahrungen mit diesem Futtermittel in der Region nahmen Berater von der Viehvermarktung Walsrode-Visselhövede zum Anlass, in einer groß angelegten Feldstudie die positiven Effekte des Roggens in der Mastschweinefütterung zu untersuchen. Denn auch aus der menschlichen Ernährung sind diese Effekte bekannt. Egal, ob im Müsli oder als Butterbrot - Roggen ist reich an Ballaststoffen und wird dafür geschätzt. Und was für den Menschen passt, bringt auch für die Schweine Vorteile.

Die an der Feldstudie teilnehmenden Betriebe halten sich an einen vorgegebenen Futterplan, der einen Roggenanteil von bis zu 40 Prozent in der Endmast vorsieht. Zudem ist das Aminosäureverhältnis der Rationen optimal an die Bedürfnisse der Schweine angepasst.

Im Labor werden zusätzlich regelmäßig Proben der Futterkomponenten und Mischproben der Rationen untersucht. Zudem werden die Mastleistungen, die Salmonellenbefunde und der Ebergeruch auf allen Betrieben ausgewertet. 

Weniger Ebergeruch dank Roggenfütterung

Nicht nur Cord Hinrich Penshorn kann die positiven Effekte der Roggenfütterung bei seinen Schweinen bestätigen, auch in anderen Betrieben sind die Tiere nach der Rationsumstellung auf Roggen für die Feldstudie ruhiger. Der Grund dafür ist einfach: Rohfaser und Ballaststoffe des Roggens quellen im Verdauungstrakt der Tiere auf und sorgen so für ein ausreichendes Sättigungsgefühl. Das macht sie zufriedener und ruhiger. Besonders bei Ebermästern in der Feldstudie mache sich dieser Effekt bemerkbar, sagt Wilhelm Behrens, Geschäftsführer der Viehvermarktung Walsrode-Visselhövede.

Und noch etwas zeigte sich während der Studie auf den Betrieben: Alle neun teilnehmenden Betriebe mit Ebermast lieferten weniger Stinker am Schlachthof ab, sagt Wilhelm Behrens. Entscheidend hierfür seien die Fruktane des Rogens. Sie werden erst im Dickdarm von Bakterien vollständig aufgeschlossen. Dabei bildet sich Buttersäure als flüchtige Fettsäure. Sie sorgt dafür, dass weniger Skatol als ein Bestandteil des Ebergeruchs gebildet wird.

 

Mehr zu den positiven Effekten der Roggenfütterung bei Mastschweinen und der Feldstudie der Viehvermarktung Walsrode-Visselhövede lesen Sie in agrarheute Schwein 10/2018 ab Seite 20.

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