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Schweinegesundheit

Rohfaser beruhigt den Darm

Mastschweine stehen in einer Bucht mit Strohautomat
Mirjam Lechner
am
20.02.2018

Raufutter beziehungsweise Rohfaser dient nicht nur zur Beschäftigung, sondern hilft auch dem Darm und im Stoffwechsel.

Schweine müssen ständig Zugang zu ausreichenden Mengen Beschäftigungsmaterial haben, die sie untersuchen und bewegen können. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Stroh oder Heu,
  • Holz, beziehungsweise Sägemehl,
  • Pilzkompost, Torf,
  • oder eine Mischung der Materialen.

So wird es gesetzlich gefordert. Aber Rohfaser dient nicht nur der Beschäftigung. Sie ist zudem ein Hilfsmittel ­gegen Entzündungsschäden im Darm und bei Stoffwechselstörungen. Auch in Hinblick auf Ohrnekrosen und Schwanzbeißen scheint strukturierte Rohfaser einer der wichtigsten Hebel zu sein.

Dritte Futterstrecke für Rohfaser

Schweinehalter sollten deshalb versuchen, eine dritte Futterstrecke im Stall zu integrieren. So können regelmäßig kleine Mengen Raufutter angeboten werden. Dabei gilt es, folgende Dinge zu beachten:

  • Das angebotene Raufutter muss Futterqualität besitzt – auch in puncto Sicherheit. Es sollte also eine möglichst geringe Keim-, Schimmelpilz- und Myko­toxinbelastung aufweisen und – wie alle Futtermittel – regelmäßig untersucht werden.
  • Je kleiner die Ferkel sind, desto lieber mögen sie weiche Ausgangsmaterialen wie Wühlerde, weiches Heu und Fasermischungen oder saubere Silagen. Gute Effekte zeigen auch separat angebotene Fasermischungen. Ältere Tiere nehmen durchaus festeres Material und längere Halme an.
  • Kleine, mehrmals täglich frisch gegebene Portionen erzielen die besten Resultate.
     

Lösung: strukturierte Rohfaser

Rohfaser als Raufutter kann von Schweinehaltern mit kostenverträglichem Stroh oder Sojaschalenpellets als dritte Futterstrecke neben Schrot- oder Flüssigfütterung und der Wasserlinie angeboten werden. Bewährt haben sich auch Fasermischungen (Sojaschalen, Luzernecobs, Trockenschnitzel, Apfeltrester, Leinprodukte). Diese Beifütterung ist in der Regel güllesystemverträglich. 

Die Herausforderung ist eher, in bestehenden Systemen mit möglichst wenig Arbeitsaufwand Raufutter zu integrieren. Dazu wird es am besten in einer gröberen Müslistruktur in Schalenspendern angeboten. 

Gelingt dies, kann dem Einzeltier dank des hohen Anteils an darmgesunder Roh­faser ein individuelles Wahlverhalten und eine über den ganzen Tag währende ­Raufutter- beziehungsweise Futteraufnahme ­ermöglicht werden.
 

Der vollständige Beitrag ist in agrarheute Schwein Ausgabe 02/2018 erschienen.

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