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Russisches Importverbot löst Preisrutsch aus

© Mühlhausen/landpixel
von , am
10.02.2014

Das russische Einfuhrverbot löste letzte Woche einen Preisrutsch am Schweinemarkt aus. Die Schlachtunternehmen reagierten mit reduzierten Hauspreisen, obwohl die Nachfrage konstant hoch ist.

Preisrutsch am Schweinemarkt: Der VEZG-Preis verlor sieben Cent gegenüber der Vorwoche. © landpixel
Das russische Einfuhrverbot für EU-Schweinefleisch hat am deutschen Schlachtschweinemarkt für kräftigen Preisdruck gesorgt. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) musste am vergangenen Freitag ihre Leitnotierung um sieben Cent auf 1,52 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) nach unten korrigieren. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtete, reagierten große Schlachtunternehmen bereits zum Wochenbeginn mit reduzierten Hauspreisen auf den Importstopp, obwohl das Angebot schlachtreifer Schweine nach wie vor vollständig seine Abnehmer fand. Es würden vielfach die Vorgaben aus Russland genutzt, um die durchaus gefragten Schweine wieder preiswerter einzukaufen.

Export nach Russland wird überschätzt

Da sich keine Einigung zwischen der EU und Russland über eine rasche Wiederaufnahme der Schweinefleischhandelsgeschäfte abzeichne, sei mit weiterem Preisdruck zu rechnen, hieß es bei der Kammer. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sprach von "Panikmache" der Schlachtunternehmen und gab zu bedenken, dass es sich bei den Ausfuhren nach Russland in erster Linie um Verarbeitungsware und Nebenprodukte handele, so dass die Nachfrage nach den wertbestimmenden Teilstücken nicht betroffen sei. Außerdem berücksichtige der aktuelle Preisverfall nicht die ausgeglichene Situation am Lebendmarkt.

Schlachschweinefutures geben nach

Am Frankfurter Warenterminmarkt gaben die Kurse der Schlachtschweinefutures weiter nach. Der Februarkontrakt an der Eurex verlor bis zum vergangenen Freitag im Vergleich zur Vorwoche vier Cent/kg und schloss mit einem Abrechnungskurs von 1,49 Euro/kg. Drastischer waren die Verluste beim Märzfuture, der die Börsenwoche auf einem Niveau von 1,50 Euro/kg beendete; das waren 8,5 Cent/kg weniger als sieben Tage zuvor.
 

Preiseinbruch in weiteren EU-Ländern

Auch in anderen EU-Ländern gaben die Schlachtschweinepreise nach. In Österreich verzeichnete die Leitnotierung einen Abschlag von 7 Cent auf 1,52 Euro/kg SG. Der Verband der landwirtschaftlichen Veredlungsproduzenten in Oberösterreich (VLV) berichtete, dass unter anderem der Preis für Speck im internationalen Handel binnen einer Woche von 1 Euro/kg auf 0,40 Euro/kg gefallen sei. In Frankreich sank die Notierung am vergangenen Donnerstag um 4 Cent/kg; in den Niederlanden und Belgien wird ebenfalls mit Abschlägen gerechnet. Stabil tendierten die Notierungen dagegen zuletzt in Dänemark und Spanien.
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