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Aus der Wirtschaft

Russland hebt Importverbot für US-Schweinefleisch auf

von , am
27.02.2014

Nach dem EU-weiten Importverbot wird Schweinefleisch in Russland offenbar knapp und teuer.
Daher will das Land nun wieder die Einfuhr von Schwein aus dem USA erlauben.

Brasiliens Schweinefleisch-Erzeuger haben Grund zur Freude. © Hildebrandt/fotolia.de
 
Russlands Behörde für Nahrungsmittelsicherheit und Überwachung (Rosselkhoznadzor) will deshalb das Importverbot für Schweinefleisch aus den USA mit Wirkung vom 10. März aufheben. Das Einfuhrverbot für US-Schweinefleisch gilt seit dem 11. Februar 2013 und war wegen der Verwendung des Wachstumsförderers Ractopamine in den USA verhängt worden.
 
 
Auch in der EU und in China ist Einsatz von Ractopamine in der Schweinemast verboten. Liefern dürfen die Amerikaner ab dem 10. März allerdings nur Fleisch, dass auch wirklich frei von Ractopamine ist.

Amerikaner könne die Lücke kaum füllen

Die Amerikaner hatten im Jahr 2012 (vor dem Einfuhrverbot) rund 275.000 Tonnen Schweinefleisch nach Russland exportiert. Russland selbst hat im letzten Jahr (2013) insgesamt 995.546 Tonnen Schweinefleisch importiert und damit rund 31 Prozent der russischen Verbrauchsmenge. Von allen Importen kamen allerdings 75 Prozent oder 747.000 aus der Europäischen Union. Das sind 23 Prozent des russischen Gesamtverbrauchs. Diese gewaltige Lücke können die Amerikaner wohl kaum schließe, zumal nicht sicher ist wie viel ractopaminefreies Schweinefleisch in den USA wirklich verfügbar ist, erklärt Marktexperte Dr. Olaf Zinke.

Brasilien ist zweitwichtigster Lieferant

Zweitgrößer Lieferant für Russland war im Jahr 2013 Brasilien mit einer Liefermenge von 124.000 Tonnen, gefolgte von Kanada mit einer Liefermenge von 85.000 Tonnen. Das entspricht einen Anteil an den russischen Gesamtimporten von 13 Prozent (Brasilien) bzw. 9 Prozent (Kanada). Kleinere Mengen kamen außerdem aus Chile, der Ukraine und Paraguay.
 
Für Brasilien ist Russland allerdings der wichtigste Exportmarkt mit einem Anteil an den Gesamtexporten (450.000 t) von etwa 30 Prozent. Analysten rechnen für dieses Jahr nicht allerdings nicht mit einer deutlichen Zunahme der brasilianischen Ausfuhrmöglichkeiten obwohl die Produktion 2014 leicht zunimmt.
 

EU fordert Regionalisierung

Nach wie vor hält Russland an seinem EU-weiten Importverbot für Schweinefleisch fest, aber es bemüht sich inzwischen um eine Lösung des Handelsstreits. So ist ein Treffen zwischen dem russischen Chefveterinär Sergej Dankwert und der EU-Kommission positiv verlaufen. Beide Seiten waren um sachliche Klärung bestrebt. Für diese Woche wurden weitere Treffen in Polen und im russischen Vladimir ausgemacht.
 
Die EU drängt darauf, dass Russland ein neues Exportzertifikat akzeptiert. Dies soll für alle EU-Länder außer Polen und Litauen gelten. Russland hat eine Regionalisierung des Einfuhrverbots in Aussicht gestellt, zweifelt aber zurzeit noch daran, ob die EU die Bewegung ihrer Wildschweinbestände ausreichend überwacht. Litauen und Polen wollen die Anzahl dieser Wildtiere dezimieren und mit Zäunen deren Eindringen aus Weißrussland verhindern. EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg appelliert an die EU-Mitgliedstaaten, keine Einzellösungen mit Russland zu suchen, sondern geschlossen einen europäischen Weg zu gehen.
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Marktreport: Schweinepreise unter Druck

 
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