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Aus der Wirtschaft

Russland: Schweinepest verursacht Millionenschaden

von , am
30.06.2011

Moskau - Die Ausbreitung der Schweinepest wird in diesem Jahr in der russischen Landwirtschaft voraussichtlich wirtschaftliche Verluste in Höhe von bis zu 8 Mrd Rbl (199 Mio Euro) verursachen.

Russland könnte deutlich mehr Fleisch in die EU exportieren. © Mühlhausen/landpixel
Davon geht die Moskauer Behörde für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselchoznadzor) in einer aktuellen Schätzung aus. Die direkten Verluste aufgrund der Keulung von Schweinen belaufen sich dem Amt zufolge auf etwa 700 Millionen Rubel (17,4 Millionen Euro).
 
Für Maßnahmen zur Eindämmung der Seuchenfolgen werden weitere 380 Millionen Rubel (9,5 Millionen Euro) veranschlagt. Die "indirekten Kosten" beziffert Rosselchoznadzor auf 6,7 Milliarden Rubel (167 Millionen Euro) und nennt insbesondere die finanziellen Verluste auf allen Stufen der Wertschöpfungskette.

Schweinepest noch nicht im Griff

Die Moskauer Aufsichtsbehörde hat im laufenden Jahr bereits an 16 Standorten im Bereich von elf russischen Provinzen neue ASP-Fälle registriert, hauptsächlich in der südrussischen Krasnodar-Region, wo Mitte Juni weitere Seuchenfälle gemeldet wurden. Experten rechnen mit einer neuen Welle an Erkrankungen. Eine der Ursachen dafür ist nach Einschätzung von Rosselchoznadzor das Verhalten der zuständigen lokalen und regionalen Verwaltungsbehörden, die zur Bekämpfung und Eindämmung der Seuche - wenn überhaupt - nur das Nötigste tun.

Schweinehaltung in betroffenen Regionen soll reduziert werden

In den von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Regionen sollen die Agrarproduzenten zum Umstieg auf die Haltung anderer Nutztiere motiviert werden. Das Vorhaben ist Teil eines Maßnahmenkatalogs zur ASP-Bekämpfung, hieß es bei einer Sitzung des Regierungs-Agrarausschusses in Moskau. Eine Sonderarbeitsgruppe unter Leitung von Agrarministerin Jelena Skrynnik ist damit beauftragt, Ausgleichsmaßnahmen für die teilnehmenden Privatlandwirte und Landwirtschaftsbetriebe auszuarbeiten, aber auch mögliche Auswirkungen auf die regionalen Fleischmärkte zu erforschen. Der erste stellvertretende Ministerpräsident, Viktor Subkow, hat vor dem administrativen Druck auf die Landwirte gewarnt und für wirtschaftliche Anreize plädiert. Die ASP-Situation im Land hat sich in der letzten Zeit nicht verbessert, konstatierte Subkow.

Gemeinsame Suche nach Lösungen

Fragen rund um die Ausbreitung der ASP in Russland und zur Bekämpfung der Seuche waren auch Gegenstand von Beratungen des russisch-dänischen "Agrobusiness-Clubs", die Mitte Juni in Kopenhagen stattfanden. Dieser Club war im Mai im Rahmen eines Abkommens über die Zusammenarbeit zwischen Russland und Dänemark gegründet worden und setzt sich aus Agrarfachleuten der Botschaften beider Länder und Vertretern der jeweiligen Landwirtschaftsministerien zusammen.
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