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Aus der Wirtschaft

Russlands Fleischproduzenten machen Verluste

von , am
11.02.2013

Seit dem WTO-Beitritt Russlands sind die Schweinepreise im Land um 20 Prozent gefallen. Gleichzeitig ist der Schweinefleisch-Import um 28 Prozent gestiegen. Die aktuellen Einfuhrstopps sollten dies ändern.

© Mühlhausen/landpixel
Der Geschäftsführer des russischen Schweinehalterverbandes NSSRF, Yuri Kovalev, gab jetzt bekannt, dass die russischen Schweinehalter seit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) deutliche Verluste machen, berichtet der Interessensverband Deutscher Schweinehalter (ISN). Seit dem Beitritt seien die Auszahlungspreise für Schweine in Russland um 20 Prozent gefallen, während der Import von Schweinefleisch nach Russland stark gestiegen ist. Seit Dezember verhängen die Russen nun ein Importverbot nach dem Anderen.
 
Seit 4. Februar 2013 importiert Russland kein gekühltes Fleisch mehr aus Deutschland und seit heute gilt ein Einfuhrverbot von fertigen Fleisch- und Milcherzeugnissen aus Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium kann die angegebenen Gründe auf russischer Seite nicht ganz nachvollziehen. Vor denn Hintergrund der aktuellen russischen Binnenmarktentwicklungen, verhärtet sich der Verdacht auf marktprotektionistische Beweggründe.
 
Chronik der Importverbote:

WTO-Beitritt mit Folgen

Schweinepreisentwicklung in Russland bis 21.12.2012. © isn
In den letzten vier Monaten des Jahres 2012 sind die Importe von gekühltem und gefrorenem Schweinefleisch im Vergleich zu 2011 um 28 Prozent gestiegen. "Der Effekt des WTO-Beitritts stellt sich sehr viel schneller ein als wir erwartet hatten - nicht in zwei bis drei Jahren, sondern in zwei bis drei Monaten", stellt Kovalev gegenüber pigprogress.net fest. Gleichzeitig hat Russland die Schweinefleischproduktion gesteigert. Im Vergleich zu 2011 stiegen die Schweinebestände um neun Prozent beziehungsweise um 1,58 Millionen Schweine. Russland will außerdem mit Förderprogrammen die landesweite Erzeugung bis 2020 verdoppeln. Bisher konnten die Russen die inländische Nachfrage nur zu 60 Prozent bedienen.
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