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Sachsen-Anhalt: Ferkel-Tötung soll kontrolliert werden

© landpixel
von , am
04.08.2014

Magdeburg - Um die Einhaltung des Tierschutzes besser überwachen zu können, sollen Ferkelerzeugende Betriebe in Sachsen-Anhalt hinsichtlich der Tötung von Ferkeln kontrolliert werden.

Insbesondere Ferkelerzeuger sind von der schwierigen Marktlage betroffen. © Werkfoto
"Wir wollen nicht akzeptieren, dass einige Schweinehalter ganz offensichtlich Ferkel auf eine Art und Weise töten, die eindeutig gegen den Tierschutz verstößt," betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) vergangene Woche. Am Freitag hatte Aeikens einen Erlass in Kraft gesetzt, um die Einhaltung des Tierschutzes besser zu überwachen. Damit sollen Ferkelerzeugende Betriebe in Sachsen-Anhalt jetzt intensiv hinsichtlich der Tötung von Ferkeln kontrolliert werden.

Verdächtige Tierkörper werden untersucht

Laut Aeikens gebe es Hinweise dafür, dass Ferkel getötet werden, obwohl sie lebensfähig sind: "Auch das ist ein klarer Rechtsbruch, den wir nicht hinnehmen werden."
 
Die zuständigen kommunalen Behörden sollen ihre Kontroll-Ergebnisse dokumentieren und die Unterlagen der Tierhalter auf Plausibilität überprüfen. Bei Hinweisen auf Verstöße müssen stichprobenartig verdächtige Tierkörper am Landesamt für Verbraucherschutz untersucht werden.
 
Der Erlass stellt nach Angaben des Ministeriums klar, dass Ferkel nur getötet werden dürfen, wenn sie organische Fehlentwicklungen aufweisen oder an schweren Erkrankungen leiden, die keine Chance auf Heilung haben. Eine Tötung der Tiere aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus, etwa weil sie überzählig sind, werde nicht gebilligt. Aeikens kritisierte: "Das scheint manchen Tierhaltern nicht klar zu sein oder sie setzen sich bewusst darüber hinweg." Personen, die täglich nicht lebensfähige Ferkel töteten, müssten über besondere Sachkunde verfügen.

Erst der Erlass, dann ...

Der Minister machte deutlich, dass es nicht bei dem Erlass bleibe. "Es gibt in Sachen Tierschutz etliche Baustellen. Nicht in jedem Bereich kann ein Bundesland allein agieren. Wir brauchen bundesweit gültige Absprachen und Beschlüsse, um den Tierschutz substanziell voranbringen zu können."
 
Sachsen-Anhalt werde deshalb das Thema in der kommenden Agrarministerkonferenz auf die Tagesordnung setzen lassen. Aeikens stellte den Erlass vor der Veröffentlichung den landwirtschaftlichen Verbänden vor. 
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