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Zoonose

Salmonelleninfektion: Schon beim Schwein vermeiden!

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am Donnerstag, 18.11.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Derzeit gibt es viele drängende Probleme wie Marktkrise, Tierschutzauflagen und die Afrikanische Schweinepest. Trotzdem sollten Sie weiterhin wachsam sein, beispielsweise wenn es um Infektionen mit Salmonellen geht.

Die gute Nachricht vorweg: Die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) hat im Jahr 2020 ein so geringes Salmonellenrisiko in den deutschen Schweineställen registriert wie noch nie zuvor. Nur noch 1,6 Prozent der insgesamt 20.000 Betriebe zeigten ein erhöhtes Risiko. Im Vergleich zum Vorjahr ist die kritische Einstufung (Kategorie III) um 50 Prozent zurückgegangen.

Der Anteil insgesamt an positiven und verdächtigen Proben hat sich in den letzten Jahren allerdings kaum verändert. Deshalb heißt es, wachsam zu bleiben. In Deutschland gibt es seit 2007 eine Schweine-Salmonellen-Verordnung. Seit 2009 sind Tierhalter dazu verpflichtet, ihre Schweineställe auf Salmonellen untersuchen zu lassen.

Die Bekämpfung der Salmonellen ist unerlässlich

Da Salmonellen zu den zoonotischen Erregern zählen – also zwischen Mensch und Tier wechseln –, bleibt ihre Bekämpfung unerlässlich. Denn zu den wichtigsten Ursachen für eine Infektion von Menschen zählt immer noch der Verzehr tierischer Lebensmittel. Schweinefleisch ist nach den Geflügelprodukten die zweithäufigste Ansteckungsquelle durch tierische Produkte.

Immer noch zählen Salmonellosen laut des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten beim Menschen. Nach Schätzung der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) könnten Salmonellosen beim Menschen die Wirtschaft jährlich insgesamt mit bis zu 3 Mrd. Euro belasten. Es gibt also Gründe genug, Salmonellen nicht zu unterschätzen und gezielt weiter gegen diese Erreger vorzugehenben.

Eintrag von Salmonellen in den Schweinestall verhindern

Die Wege, wie Salmonellen in den Betrieb gelangen, sind vielfältig:

  • Zukauf infizierter Tiere
  • Übertragung durch Schadnager, Hunde oder Katzen
  • Kontamination des Futters, insbesondere von Soja, das häufig schon bei Import und Zwischenlagerung starker Kotverschmutzung durch Schadnager und Wildvögel ausgesetzt ist.

Um den Eintrag in den Lebensmittelkreislauf erfolgreich zu reduzieren, müssen die Bakterien spätestens beim Tier beziehungsweise in dessen Haltungsumwelt bekämpft werden. Im Schweinestall treten die Infektionen gehäuft bei Tieren ab dem Absetzen bis zum vierten Lebensmonat auf. In dieser Zeit befinden sie sich in einer Immunitätslücke.

Samonellen auf vielen Wegen bekämpfen

Das Ausschalten der Eintragsursache allein führt aber leider nicht zum Erfolg. Da Salmonellen überall vorkommen und es zahlreiche Übertragungsmöglichkeiten gibt, scheint es äußerst schwierig, diese Erreger vollkommen auszurotten.

Deshalb sollte man nie nur auf eine Bekämpfungsmaßnahme setzen. Besser ist es, alle Schwachpunkte im Betrieb aufzudecken und anzugehen. Mit folgenden Maßnahmen und ersten Schritten können Sie den Salmonelleneintrag und Infektionsdruck in den Schweinestall reduzieren:

  • Futtertröge täglich reinigen,
  • alle planbefestigten Flächen im Stall regelmäßig säubern,
  • Sauenkot aus den Abferkelbuchten entfernen,
  • kranke Tiere absondern,
  • Belegungsdichte verringern,
  • Futter ansäuern und für eine längere Magenpassage den Anteil an Rohfaser im Futter erhöhen,
  • Schadnager, Insekten und Wildvögel sofort und energisch bekämpfen,
  • Zutritt zum Stall für betriebsfremde Personen stark einschränken,
  • Ställe möglichst in Produktionsstufenfolge betreten (Ferkel, Vormast, Mast).

Um die Infektionskette zu unterbrechen, sind vor allem hygienische Maßnahmen erforderlich: Leeren Sie – wenn möglich – Ställe beziehungsweise Abteile nach dem Rein-Raus-Prinzip. Der gesamte Stall muss nach dem Ablassen der Gülle gründlich gereinigt werden, inklusive der Wände und Decken. Am wirksamsten ist es, wenn die Abteile vorher eingeweicht und dann mit einem Hochdruckreiniger und heißem Wasser gereinigt werden. Die Desinfektion nach dem Abtrocknen ist mit einem zugelassenen Mittel durchzuführen.

Neue Bekämpfungsstrategie: Impfung

Das derzeitige Benchmarkingsystem lässt keine weitere Reduzierung der Kategorie-III-Betriebe erwarten. Wie soll es mit der Salmonellenbekämpfung in der Schweinefleischproduktion also zukünftig weitergehen?

Derzeit wird nach neuen Lösungsansätzen und Alternativen zur bisherigen Salmonellenbekämpfung gesucht. Eine Möglichkeit könnte die Etablierung bestimmter Impfprogramme sein. Eine Studie aus dem Jahr 2017 wollte herausfinden, ob zum Beispiel eine Ileitisimpfung Einfluss auf die Salmonellenseroprävalenz bei Schweinen hat.

Das Ergebnis der Studie war, dass die Ileitisimpfung schon im Beobachtungszeitraum zu einer geringeren Salmonellenprävalenz führte. Sie lag bei den Betrieben mit ungeimpften Schweinen bei 32,71 Prozent. Bei den geimpften Tieren waren es nur noch 20,32 Prozent. Die Ileitisimpfung wirkte sich auch positiv auf die Leistungen aus. Die geimpften Tiere nahmen täglich 19 g mehr an Gewicht zu und hatten eine um zwei Tage verkürzte Mastdauer im Vergleich zur ungeimpften Vergleichsgruppe. Die Ileitisimpfung kann damit Teil einer Bekämpfungsstrategie bei Salmonelleninfektionen sein.

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